Tourismus: Neue Angreifer im Urlaubsmarkt: So verändert Corona die Ferienindustrie
Insgesamt sitzt das Geld bei vielen lockerer.
Foto: gmsDüsseldorf. Monatelang empfingen Deutschlands Reisebüros 2020 ihre Kunden nur aus einem Grund: um gebuchte Pauschalreisen zu stornieren, deren Antritt die Corona-Pandemie verhinderte. Die unbezahlte Arbeit, so offenbarte jetzt die Kieler Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), rettete sie überraschend wenig vorm Verlust an Bedeutung.
Nur 31 Prozent der Reisen seien 2020 durch ein persönliches Beratungsgespräch verkauft worden, berichtet Marktforscher Ulf Sonntag – nach 39 Prozent im Vorjahr. „Einen Wiederanstieg erwarten wir kaum.“
Profiteure des Niedergangs sind Angreifer, die erst seit Kurzem mit ausgefeilten IT-Angeboten in der Urlaubsbranche wildern. Unter ihnen das 2015 gegründete Start-up Comtravo, das per Künstlicher Intelligenz simple E-Mail-Anfragen in Reisebuchungen zu verwandeln weiß.
Nach Ausbruch der Coronakrise übernahmen die Berliner mithilfe ihrer Investoren gleich mehrere teils angeschlagene Reisebüroketten, darunter die Agentur Honold in Neu-Ulm, BTO24 in Berlin und Hamburg sowie sechs Büros der insolventen Firma Bühler aus Baden-Württemberg.
„Wir wollen in der Geschäftsreise Marktführer im deutschsprachigen Markt werden“, verkündete Comtravo-CEO Michael Riegel vergangene Woche auf einem ITB-Kongress des Online-Reiseverbands VIR.