Zukunft der Autoindustrie: VW-Chef Diess: „Zugang zu elektrischer Mobilität wird einfach und günstig sein“
Der VW-Chef setzt auf E-Mobilität, die Lobbyistin muss verschiedene Interessen miteinander in Einklang bringen.
Foto: HandelsblattBerlin, Frankfurt. Krach um die Antriebstechnologie, die Frage der gemeinsamen Datenstrategie und die Höhe der Mitgliedsbeiträge im Branchenverband VDA: Die Autoindustrie steht vor einem nie dagewesenen Wandel, der viel Stoff für Richtungsdebatten liefert.
Im Interview mit dem Handelsblatt versuchen Volkswagenchef Herbert Diess und Verbandspräsidentin Hildegard Müller die Wogen zu glätten und Einigkeit zu beschwören. Die gibt es – zumindest wenn es darum geht, vom Staat Hilfen in Milliardenhöhe einzufordern, um den Wandel zu gestalten. Nur so sei die Branche in der Lage, die Klimaziele zu erreichen.
„Wir haben noch keinen rein marktgetriebenen Hochlauf, sondern einen Turbo durch die Förderung“, räumt Müller ein. „Der Förder-Turbo ist politisch gewollt und auch für eine Übergangszeit notwendig, damit wir die Klimaziele bis 2030 erreichen.“ Mit den neuen Modellen und dem Ausbau des Ladenetzes werde sich dies „Monat für Monat“ ändern. Die Branche wolle „keine Open-End-Subventionspolitik“.
Manager Diess lehnt es unterdessen ab, weiter mehrere Antriebstechnologien für das Auto der Zukunft als Option zu betrachten, wie es bisher Verbandsposition war. „Es ist klar, dass wir die Klimaziele nur mit dem E-Antrieb erreichen werden“, sagt er. „Bis 2030 ist keine andere Technologie wettbewerbsfähig, ob nun die Brennstoffzelle oder E-Fuels.“