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Messe artmonte-carloKunst für Luxus-Shopper und Yachtbesitzer

Die fünfte „artmonte-carlo“ gibt gut eingeführten Künstlernamen den Vorrang. Das Angebot von mehr moderner als zeitgenössischer Kunst richtet sich gerade an Luxustouristen.Olga Grimm-Weissert 15.07.2021 - 13:29 Uhr Artikel anhören

„Concord canvas” von 2019 sieht aus wie eine digitale Collage.

Foto: Galerie In Situ-fabienne leclerc, Grand Paris

Monte Carlo. Die fünfte Kunstmesse „artmonte-carlo“ legte am 14. Juli im Grimaldi Forum Monaco kommerziell vielversprechend los. „Schauen Sie, welche Schuhe die Leute anhaben, dann wissen Sie, dass vermögende Besucher hier sind,“ witzelt ein Kunstmarktbeobachter.

Unter den 26 Galerien, die bis zum 17. Juli zeitgenössische, moderne Kunst und Design anbieten, sind wieder Megagalerien wie Pace, White Cube, Almine Rech, Perrotin, sowie Hauser & Wirth dabei. Letztere eröffneten erst vor drei Wochen eine architektonisch stupende Filiale in Monaco.

Die „artmonte-carlo“, von der Messe für zeitgenössische Kunst, „artgeneve“, lanciert, tat sich 2019 mit der Design-Messe „Pad“ zusammen. Deshalb sind die Design-Galerien Carpenters Workshop und Kreo auch hier präsent. Die Gewichtung zwischen den Zeitgenossen und der Moderne verschob sich zugunsten der Letzteren, weil viele Moderne-Erstaussteller aus Großbritannien kommen.

Thomas Hug, der Messedirektor, erklärt dies damit, dass auch die Septemberausgabe der „Tefaf“ abgesagt wurde, die Galeristen aber den Kontakt zu ihren Kunden aufrecht erhalten wollen. Dass der Brexit eine wichtige Rolle spielt, negiert Hug nicht, will ihn aber auch nicht überbewerten. Hingegen ist der Zollfreihafen in Monaco „sicher nützlich, da die Händler oft große Werke einlagern,“ stimmt der Messeleiter dem Handelsblatt zu.

An durchwegs ästhetischen Ständen haben die sicheren Werte und bekanntesten Namen oft Vorrang. Kunstmarkt-Akteure rechnen damit, dass sich zeitweilige Ansässige und Luxustouristen derzeit noch an der „französischen Riviera“ aufhalten. Die Rückbesinnung auf die einfachere Terminologie, auch die Dominanz von „Monaco“ gegenüber „Monte Carlo“, ist ein interessantes Phänomen.
Hauser & Wirth, sozusagen als Heimspiel, fährt Yves Klein, Philip Guston, George Condo, Maria Lassnig und Pipilotti Rist auf. Dickinson zeigt einen merkwürdigen Jean-Michel Basquiat für 2,5 Millionen Euro, sowie Pablo Picasso, Andy Warhol und ebenfalls George Condo.

Die Installation "Between Voltaire and Poe" befindet sich auf dem Stand der Galerie In Situ-Fabienne Leclerc.

Foto: Galerie In Situ-Fabienne Leclerc

Über auffallend viele Lucio Fontana-Schlitzwerke und Keramiken verfügen die Italo-Londoner Robilant + Voena. Ihr Londoner Kollege Thomas Gibson hat mehrere Picassos und Alberto Giacometti-Arbeiten mitgebracht, da das Grimaldi-Forum gerade eine große Giacometti-Schau offeriert. Waddington-Custot, derzeit sehr messeaktiv, punktet mit Jean Dubuffet, Bernar Venet und Joan Miro.

Bei Almine Rech, die mit dem Enkel von Picasso verheiratet ist, wird man mit Werken des Genies des 20. Jahrhunderts fündig, mit dem ein Großformat von Tom Wesselmann konkurrieren möchte.

Bei der in Romainville im Pariser Norden tätigen Galerie In Situ – Fabienne Leclerc entdeckt man eine poetische Arbeit von Vivien Roubaud, wo ein blauer Schmetterling seine Flügel entfaltet; ein Spiegel-Triptychon von Lars Fredrikson von 1971 ist mit 350.000 Euro angesetzt.

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