Serie: Was Frauen in der Karriere nach vorn bringt: Unangebrachte Bewerbungsfragen – und wie Frauen sie souverän beantworten
Frauen müssen sich in Vorstellungsgesprächen indiskrete Fragen gefallen lassen, die Männern nie gestellt würden.
Foto: The Image Bank/Getty ImagesDüsseldorf. Gschwind, die seit 15 Jahren Managementpositionen ab 250.000 Euro Jahresgehalt aufwärts bei Pharmaherstellern, Medizintechnikproduzenten und Klinikbetreibern besetzt und dafür sowohl geeignete weibliche als auch männliche Kandidaten vorstellt, ärgert es zunehmend, dass sich Managerinnen „Fragen gefallen lassen müssen, die keinem männlichen Stellenbewerber je gestellt werden“.
Auch Diana Roth beobachtet, dass „Bewerberinnen für Fach- und Führungspositionen mit exzellenten Qualifikationen Fragen wegen ihres Geschlechts zugemutet werden“. Sie hat als Personalleiterin nach eigenen Angaben schon etwa 3000 Vorstellungsgespräche in so gut wie allen Branchen geführt.
Roth, die vor allem im Mittelstand rekrutiert, sagt, jene geschlechtsspezifischen Fragen würden Personen jeden Alters und Ranges stellen: „Sogar Topmanager lassen es an Fingerspitzengefühl mangeln.“ Auch Roth hat jede Menge Beispiele parat. Das Zudringlichste, was sie je von einem potenziellen Vorgesetzten gehört hat, war: „Mich würde interessieren, verhüten Sie?“ Die geschockte Kandidatin sei um eine Antwort verlegen gewesen.
Roth führt das näher aus: „Also niemals rechtfertigen – dann schon lieber mit Humor antworten.“ Geschickt verbal und nonverbal zu kontern sei hilfreich, wenn man die Stelle haben will. In die Offensive gehen könne man natürlich auch, wenn man an dem Job nach einer solchen Frage ohnehin nicht mehr interessiert ist. Etwa mit dem Konter: „Fragen Sie das einen Mann auch?“