IAA Mobility: Das Rohstoffproblem des E-Autos – und was VW, BMW und Daimler dagegen tun wollen
Der zentrale Rohstoff für die Batterie des Elektroautos wird nur bei hohem Wasserverbrauch gewonnen.
Foto: ReutersMünchen. Im Innenraum des luxuriösen Kleinwagens findet sich weder Chrom noch Leder. Auch Zierleisten, Dekors und Bildschirme wurden weggelassen. Alles, was für den Fahrer relevant ist, wird auf die Windschutzscheibe projiziert. Nicht einmal die Karosserie ist lackiert, sondern besteht wie das gesamte Fahrzeug komplett aus Altmaterial und biobasierten Rohstoffen. So stellt sich BMW die Zukunft der Mobilität vor – jedenfalls im Jahr 2040.
Das vollelektrisch angetriebene Konzeptauto „i Vision Circular“ ist ein Blickfang auf der noch bis Sonntag laufenden Branchenmesse IAA Mobility in München. BMW-Chef Oliver Zipse will damit die Ambition untermauern, der „nachhaltigste Autohersteller der Welt“ zu werden. Doch in der Realität ist der Dax-Konzern ebenso wie der Rest der Industrie noch weit weg von der Idealvorstellung eines Autos, das vollständig aus recycelbaren Materialien besteht.
Aktuell werden Fahrzeuge im Schnitt lediglich zu 30 Prozent aus wiederverwendeten Werkstoffen gefertigt. Mehr als zwei Drittel der eingesetzten Ressourcen müssen zuvor aufwendig abgebaut und veredelt werden. „Die Autoindustrie muss viel ganzheitlicher in Materialkreisläufen agieren. Nachhaltigkeit endet nicht bei alternativen Antrieben“, kritisiert Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM).