Job-Bewerbung: Neuer Job: Fünf typische Lücken im Lebenslauf – und wie Sie daraus eine Stärke machen
Wer Lücken im Lebenslauf hat, sollte damit selbstbewusst umgehen.
Foto: Westend61 / Bartek SzewczykDüsseldorf. Bewerber neigen häufig dazu, Lücken in ihrem beruflichen Lebenslauf zu kaschieren. Sie fürchten, eine längere Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder auch ein Sabbatical könnten ihnen bei der Bewerbung schaden. Ein verbreiteter Irrtum.
Denn zum einen können es sich die Arbeitgeber in vielen Branchen angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels gar nicht mehr erlauben, nur aufgrund von Lücken einen ansonsten fachlich qualifizierten Kandidaten auszusortieren.
Zum anderen sagt eine Lebenslauf-Lücke tatsächlich nur sehr wenig über die persönliche Eignung eines Bewerbers aus. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls Uwe Kanning, Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Osnabrück, der seit rund 20 Jahren zur Personalauswahl forscht: „Weder der Grad an Gewissenhaftigkeit oder Leistungsmotivation noch Zielstrebigkeit – als messbare Faktoren für beruflichen Erfolg eines Bewerbers – lassen sich aus solchen Lücken ableiten.“
Der Experte für Eignungsdiagnostik warnt Arbeitgeber: „Wer aufgrund vorhandener Lücken potenzielle Mitarbeiter aussortiert, trifft sehr wahrscheinlich eine Fehlentscheidung.“ Wer tatsächlich Rückschlüsse auf Persönlichkeitsmerkmale ziehen wolle, müsse zumindest die Gründe für die Lücke kennen, betont Kanning.
Bewerbern, die länger als sechs Monate pausiert haben, empfiehlt Kanning daher: „Erklären Sie lieber Lücken, anstatt sie zu verschleiern.“