Sorge vor Zahlungsausfall: Evergrande-Chairman macht den Angestellten Mut – Analysten sind skeptisch
Evergrande hat 1300 Immobilienprojekte, davon sind fast 800 unfertig.
Foto: ReutersDüsseldorf. Während sich die Lage beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande immer weiter zuspitzt, versucht Gründer und Verwaltungsratschef Xu Jiayin, Zuversicht zu verbreiten. Er sei sich sicher, dass das von der Zahlungsunfähigkeit bedrohte Unternehmen „seine dunkelste Stunde“ hinter sich lassen werde, schreibt er in einem Brief an die Mitarbeiter, über den lokale Medien am Dienstag berichteten. Diesen Optimismus teilen die meisten Analysten zwar nicht. Dennoch melden sich immer mehr Chinaexperten zu Wort, die das Risiko eines Zahlungsausfalls bei Evergrande für beherrschbar halten.
Der hochverschuldete Konzern ist in den vergangenen Wochen immer tiefer in die Krise gerutscht. Offiziellen Zahlen zufolge hat das Unternehmen einen Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Dollar angehäuft. Zudem gibt es Spekulationen über weitere außerbilanzielle Verbindlichkeiten.
In dieser Woche sind laut Berichten der Finanznachrichtenagentur Bloomberg mehrere Zinszahlungen bei Evergrande fällig, am Donnerstag etwa Zinsen in Höhe von 130 Millionen Dollar für zwei Anleihen. Analysten gehen davon aus, dass Evergrande diese nicht leisten kann. Offiziell wird ein Zahlungsausfall allerdings erst, wenn Evergrande die Nachfrist von 30 Tagen verstreichen lässt.