Ifo-Studie: Ob Gutverdiener oder Niedriglohnarbeiter: die Steuerlast sinkt – der Staat macht dennoch Kasse
Dem Staatshaushalt hat die geringere steuerliche Belastung der verschiedenen Bevölkerungsschichten nicht geschadet.
Foto: ReutersDie Steuerpolitik ist der größte Knackpunkt einer Ampelkoalition. In der künftigen Koalition prallen Welten aufeinander: Während SPD und Grüne die Steuern für Gutverdiener erhöhen wollen, pocht die FDP auf Steuersenkungen für alle. Die Schmerzgrenze für Gutverdiener sei längst erreicht, finden die Liberalen.
Das Münchener Ifo-Institut hat einmal genauer hingeschaut und analysiert, wie sich die Steuer- und Abgabenbelastung in Deutschland in den vergangenen 35 Jahren entwickelt hat. Das Ergebnis der Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, dürfte viele Steuerzahler überraschen.
„Die durchschnittliche Belastung der Erwerbseinkommen durch Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag ist in dem Zeitraum wesentlich zurückgegangen“, sagt Ifo-Forscher und Studienautor Andreas Peichl. Politisch besonders brisant: Auch Gutverdiener zahlen weniger Steuern und Abgaben als früher.
Die Ergebnisse seien jedoch kein Freifahrtschein für eine Bundesregierung, nun die Steuern munter zu erhöhen. Im Gegenteil, sagt Peichl: „Es ist Zeit für eine grundlegende Reform des Steuer- und Abgabensystems, damit sich Arbeit und Leistung mehr lohnen und die Partizipation am Arbeitsmarkt steigt.“