Weltgrößter Vermögensverwalter: Blackrock an Klimafonds für Schwellenländer beteiligt
Laut dem weltgrößten Vermögensverwalter wurde für den Fonds die Summe von 673 Millionen Dollar eingesammelt.
Foto: ReutersFrankfurt. Für Investitionen in Klimaschutz-Infrastruktur in Schwellenländern gibt es offenbar ein großes Interesse seitens der Regierungen und institutionellen sowie privaten Investoren. Laut dem Finanzkonzern Blackrock wurde jetzt für einen Fonds im Rahmen der Climate Finance Partnership (CFP) die Summe von 673 Millionen Dollar eingesammelt.
Das weltweite Konsortium - bestehend aus 22 Geldgebern - habe damit das ursprüngliche Ziel von 500 Millionen Dollar übertreffen können, erklärt der weltgrößte Vermögensverwalter. Jährlich benötige man geschätzt eine Billion Dollar, um mit Klimaschutzprojekten in Entwicklungs- und Schwellenländern den Übergang zu einer Kohlendioxid-neutralen Weltwirtschaft zu erreichen. Im Jahr 2020 wurden aber nur 150 Milliarden investiert, wobei China dabei nicht berücksichtigt ist.
Die Bedeutung der Schwellenländer zur Erreichung des Ziels nimmt tendenziell zu, weil dort die Bevölkerung wächst und die Volkswirtschaften stark expandieren. „Die öffentliche Hand allein kann die Klimakrise finanziell nicht bewältigen. Man braucht privates Kapital, um den enormen Bedarf mobilisieren zu können“, sagt Philipp Hildebrand, Vice Chairman von Blackrock, dem Handelsblatt.
Insgesamt 130 Millionen Dollar im Rahmen der CFP stammen von Regierungen, Stiftungen und einem Energiekonzern, für Deutschland ist die staatliche Förderbank KfW mit am Start. Den Großteil von 523 Millionen Dollar steuern Finanzkonzerne bei, Blackrock investiert 20 Millionen Dollar. Die Renditeerwartungen der Investoren liegen Branchenschätzungen zufolge bei zwölf bis 15 Prozent.
Mehr als ein Viertel für Afrika
Der neue Fonds bekommt vor dem Hintergrund der laufenden Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Glasgow (COP26) ein besonderes Gewicht. Rund 200 Staaten diskutieren zwei Wochen lang, wie die Klimakrise gelöst werden kann. Experten sind sich einig, dass bis 2030 weltweit mehr getan werden muss, wenn die Erderwärmung – wie 2015 bei der Pariser Klimakonferenz vereinbart – deutlich unter zwei Grad bleiben soll.
„Zu den Projekten zählen beispielsweise Solar- und Windkraftanlagen, Speichertechnik für Energie und Investitionen in die Energienetze“, sagt Hildebrand zum Verwendungszweck des neuen Fonds. Rund 25 bis 35 Prozent der Investments sollen in Afrika erfolgen, der Rest in Asien und in Mittel- und Südamerika. „Die Tickets für die Projekte reichen von 25 bis 50 Millionen Dollar“, ergänzt der Blackrock-Manager. Mit der gemischten privaten und staatlichen Finanzierung erhalte man ein Investment in Schwellenländer mit dem Risiko eines Investments in OECD-Staaten“, so Hildebrand.
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat einen besseren Einsatz der Gelder im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Es stünden Dutzende Billionen Dollar zur Verfügung, aber nun müsse man einen intelligenten Weg finden, diese Mittel rasch auszugeben, sagte Draghi in Glasgow. Der frühere Chef der Europäischen Zentralbank forderte unter anderem den Einsatz der Weltbank, was auch andere Experten begrüßen.