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Dax aktuellDax beendet Verlustserie – Anlegerstimmung hält Jahresendrally weiter für möglich

Gilt für den Leitindex wie in der Vergangenenheit die 3T-Regel? Wenn ja, könnte dieser Donnerstag das Ende der Konsolidierung eingeläutet haben.Jürgen Röder 25.11.2021 - 17:57 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Wie sind die Perspektiven für den deutschen Leitindex?

Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Nach fünf Verlusttagen in Folge beendete der Dax am Donnerstag den Handel mit einem kleinen Plus von 0,3 Prozent beim Stand von 15.918 Punkten. Der Handelstag verlief weitgehend ruhig, weil die US-Börsen wegen Thanksgiving geschlossen haben.

Bereits am Morgen hatte das Börsenbarometer seinen Erholungskurs gestartet, hatte jedoch im Handelsverlauf den Großteil seiner Gewinne wieder abgeben müssen. Am gestrigen Mittwoch allerdings hatte der Dax noch 0,4 Prozent auf 15.878 Punkte verloren.

Trotz der Kursgewinne gilt: Die Lage am deutschen Aktienmarkt dürfte sich laut technischer Analyse erst entspannen, wenn der Dax wieder nachhaltig die Marke von 16.000 Punkten überwindet. Doch die Anzeichen mehren sich, dass zumindest ein Ende der Konsolidierung bevorsteht.

Zur Einordnung: Seit dem Rekordhoch von 16.290 Punkten am 18. November ist der Dax in der Spitze um 3,4 Prozent auf 15.741 Punkte gefallen. Das ist im Vergleich zu den größten Kursrückgängen des gesamten Börsenjahres 2021 nicht viel. Um rund sechs Prozent gab der Leitindex im Januar nach und der Kursrutsch im Oktober war mit rund sieben Prozent etwas höher.

Dieser Zahlenvergleich zeigt auch: Es gab im gesamten Jahr 2021 keine Korrektur, also keinen Rückgang um mindestens zehn Prozent. Solch eine Konstellation gab es zuletzt 2003. Doch die Frage bleibt: Soll es ausgerechnet in den tendenziell positiv verlaufenden Börsenmonaten November und Dezember eine Korrektur geben, also einen Rutsch auf 14.661 Zählern? Das ist eher unwahrscheinlich.

Die Umsätze der vergangenen Tage haben bereits gezeigt, dass bei 15.800 Punkten ein hohes Kaufinteresse herrscht. Es kann durchaus sein, dass sich die Marke allmählich weiter nach unten verschiebt, doch ein crashartiger Ausverkauf lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Markttechnik signalisiert ohnehin eher ein Ende der laufenden Konsolidierung. Solch eine aktuelle Dax-Konstellation war in den vergangenen Börsenmonaten stets nach drei Tagen beendet. Für den deutschen Leitindex gilt salopp formuliert die 3T-Regel.

Am Anfang eines solchen 3T-Szenarios steht immer eine Abwärtskurslücke, eine Differenz zwischen dem Tiefpunkt eines Handelstags und der höchsten Notierung des Folgetags. Das geschah Anfang dieser Woche: Der tiefste Punkt am Montag lag bei 16.091 Zählern, der höchste Kurs am Dienstag bei 16.054 Stellen.

Solche Lücken sind ein Zeichen der Schwäche. Oftmals folgt danach weiterer Korrekturbedarf, so wie am Dienstag und Mittwoch dieser Woche. Doch in der Vergangenheit war spätestens nach drei Tagen der Tiefpunkt bei solch einem Konsolidierungsmuster erreicht.

Solch ein Szenario gab es beispielsweise Mitte Juli, als der Dax nach einem Abwärts-Gap bei knapp unter 15.500 Punkten auf 15.048 Zähler abrutschte. Drei Tage später war die Kurslücke wieder geschlossen, das Börsenbarometer kletterte wieder nach oben.

Auch am 11. Mai kam es im Bereich von rund 15.300 Punkten zu einer Abwärtskurslücke. Am Tag drei danach, am 13. Mai, rutschte der Index im Tagesverlauf bis auf 14.816 Punkte ab, um anschließend den Handelstag bei 15.200 Zählern zu beenden.

Sollte dieses Szenario auch in dieser Woche Realität werden, wäre der Rutsch am gestrigen Mittwoch auf 15.741 Zähler bereits das Ende des Rücksetzers.

Sentiment bleibt positiv

Die Anlegerstimmung hat den deutschen Rutsch unter die Marke von 16.000 Punkte nicht vorgesagt. Im Gegenteil: Die Anlegerumfrage der Börse Frankfurt vor einer Woche hatte verstärktes Kaufinteresse knapp unterhalb von 16.000 Zählern erwartet. Und die Handelsblatt-Erhebung Dax-Sentiment vom vergangenen Montag ließ eher eine Fortsetzung der Rally als diesen Kursrutsch erwarten.

Doch trotz hoher Verluste bleiben die beiden Protagonisten dieser Sentimentumfragen optimistisch. Nach Auswertung der aktuellen Erhebung der Börse Frankfurt bedeutet für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg „der jüngste Rücksetzer nicht das Aus für eine mögliche Jahresschlussrally, denn im Grunde suchen auch die heimischen Investoren nach einem günstigen Einstieg“.

Denn weder bei den Privatanlegern noch bei Anlageprofis gibt es die Angst vor einem Trendwechsel Schließlich wurden in diesem Jahr bislang auch größere Konsolidierungen als die derzeitige gut weggesteckt und mündeten letztlich in eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Den Profis hat der bisherige Rücksetzer noch nicht gereicht. Das dürfte wohl der Grund sein, dass es bislang noch keine größeren Käufe ab. Auch für Stephan Heibel, der die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment auswertet, werden die Aktien „derzeit zu stark ausverkauft“.

Papiere der Gesundheitsbranche im Fokus

Am Donnerstag kletterten wieder diejenigen Aktien nach oben, die an den Tagen zuvor deutlich verloren haben. Dabei standen vor allem Papiere aus der Gesundheitsbranche im Fokus.

So stieg der Aktienkurs von Carl Zeiss Meditech um drei Prozent, das Eckert-&-Ziegler-Papier um 3,4 Prozent und Compugroup Medical konnte 1,4 Prozent zulegen. Alle drei Titel sind in den Tagen zuvor um rund zehn Prozent abgerutscht, obwohl die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen sind. Dieser Vorgang lässt sich nur mit Gewinnmitnahmen und weniger mit fundamentalen Gründen erklären.

Blick auf weitere Einzelwerte

Jenoptik: Der Technologiekonzern verkauft seine Tochter Vincorion. Der Zulieferer für Luftfahrt, Sicherheits- und Verteidigungstechnik sowie Bahn geht an den Fonds Star Capital Partnership, wie Jenoptik mitteilte. Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte 2022 abgeschlossen sein. Zum genauen Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Der Firmenwert wurde mit 130 Millionen Euro beziffert. Die Jenoptik-Aktie steigt um acht Prozent.

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Remy Cointreau: Der französische Spirituosenhersteller hat dank starker Nachfrage nach seinem Premium-Cognac in China, den USA und Europa seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Remy erwartet nun ein „sehr starkes“ organisches Wachstum und nicht wie bisher ein „starkes“. Die Aktie klettert um 13,4 Prozent nach oben.

Nordex: Aktien aus dem Sektor erneuerbare Energien waren gefragt: Nordex legen 7,5 Prozent zu. Im frisch vorgelegten Koalitionsvertrag der künftigen Ampelregierung spielt das Thema Klimaschutz eine maßgebliche Rolle. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch soll bis 2030 auf 80 Prozent steigen, um den früheren Kohleausstieg möglich zu machen.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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