Policen unter Druck: Weniger Garantien, mehr Risiko: Wie sich die Lebensversicherer in der Not neu erfinden
Garantien werden künftig eine immer geringere Rolle spielen.
Foto: dpaMünchen, Frankfurt. Die Not wird von Jahr zu Jahr größer, das haben die Briefe der Lebensversicherer an ihre Kunden in den vergangenen Tagen eindrücklich gezeigt: Die R+V Lebensversicherung, Nummer zwei am Markt hinter der weit enteilten Allianz, kürzt die laufende Verzinsung im kommenden Jahr von 1,75 auf 1,55 Prozent. Wettbewerber Zurich, der ebenfalls zu den Top 5 am Markt gehört, geht von 2,0 auf 1,8 Prozent runter. Und die ebenfalls große Ergo Vorsorge Lebensversicherung reduziert die laufende Verzinsung von 2,35 auf 2,2 Prozent.
Im seit mehr als einem Jahrzehnt anhaltenden Niedrigzinsumfeld sind die hohen Garantien, die die Versicherer ihren Kunden in der Vergangenheit versprochen haben, zur finanziellen Last geworden. „Niedrige Renditen und die damit verbundenen Wiederanlagerisiken stellen die größten Herausforderungen für den Lebensversicherungssektor dar“, sagt Stephan Kalb von der Ratingagentur Fitch.
Nicht wenige der Unternehmen müssen hart daran arbeiten, dass sie die Leistungsversprechen an die Versicherten auch künftig einhalten können. Für etliche kleinere Anbieter könnte es am Ende sogar um die Existenz gehen. Das alte Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr.