Geopolitik: Taiwans ziemlich beste Freunde: USA, Australien und Japan warnen China vor Invasion
Wenn Taiwan an China fiele, könnte Japans Rivale den Ozean kontrollieren und damit Japans wichtige Schifffahrtslinien unterbrechen.
Foto: imago images/ZUMA WireTokio, Bangkok, Berlin. Gebannt blickt die Welt auf die russischen Truppenbewegungen an der ukrainischen Grenze. Fast aus dem Blick gerät dabei ein Konfliktherd, die in seiner Brisanz gar nicht zu überschätzen ist: Taiwan. Hier droht eine direkte Auseinandersetzung zwischen den führenden Großmächten USA und China.
Und im Unterschied zur Ukraine, wo US-Präsident Joe Biden ein militärisches Engagement ausschloss, ist Amerika hier offenbar zu allem bereit: Als Biden jüngst gefragt wurde, ob die USA den Inselstaat im Falle eines Angriffs von China militärisch verteidigen würden, antwortete er: „Ja, wir haben eine Verpflichtung.“
Das Weiße Haus beschwichtigte zwar, dass sich die US-Politik der sogenannten „strategischen Zweideutigkeit“ nicht geändert habe. Danach unterstützen die USA Taiwan zwar, lassen aber ihre Reaktion bei einem Angriff Chinas auf Taiwan bewusst offen.
Neu ist auch: die ungewohnt klaren Warnungen der US-Verbündeten Australien und Japan an China. Sie deuten darauf hin, dass Asiens Sicherheitspolitik vor einer Zeitenwende stehen könnte. Australiens Verteidigungsminister Peter Dutton etwa sagte neulich in einem Zeitungsinterview: „Es wäre unvorstellbar, dass wir die USA nicht unterstützen würden, wenn sich die USA zu Maßnahmen entschließen.“