24 Health: Schwedisches Patientenportal startet am deutschen Markt
4Die Deutschlandchefin von 24 Health will im kommenden Jahr ein Team von 20 Mitarbeitern führen.
Foto: UnternehmenDüsseldorf. Auf dem Krankenhausmarkt herrscht Goldgräberstimmung. Softwareunternehmen werben damit, dass ihre Leistungen mit öffentlichen Fördermitteln bezahlt werden können – und hoffen auf einen Shoppingrausch bei Geschäftsführern. Grund dafür ist der Krankenhauszukunftsfonds von Bund und Ländern in Höhe von 4,3 Milliarden Euro, durch den die Kliniken rasch digitalisiert werden sollen. Das zieht auch den schwedischen Softwareanbieter 24 Health auf den deutschen Markt.
Im Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ist in elf Punkten festgelegt, welche Anwendungen gefördert werden können. Fünf davon werden mit Strafzahlungen sanktioniert – sofern sie nicht umgesetzt werden. Dazu zählt das Patientenportal, das für rund 2000 Kliniken verpflichtend ist.
Seit 2016 entwickelt der schwedische Telemedizin-Pionier 24 Health ein solches Patientenportal, das nun auch hierzulande zum Einsatz kommen soll. Admir Kulin ist Geschäftsführer des deutschen Patientenportal-Marktführers M-Doc: „Wir begrüßen den neuen Wettbewerber – 24 Health ist ein Unternehmen unter vielen, die in den deutschen Markt wollen.“ Beide Patientenportale sind als Medizinprodukte zertifiziert.
24 Health wurde 2016 gegründet, ist in Dänemark, Norwegen und den Niederlanden aktiv und beschäftigt etwa 220 Mitarbeiter. 45 Millionen Euro erhielt Health 24 in seiner letzten Finanzierungsrunde. „In Schweden erreichen wir 80 Prozent aller Privatversicherten und 50 Prozent aller gesetzlich Versicherten“, sagt Carol Wildhagen, die das Deutschland-Geschäft verantwortet.