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SilvesterLeserdebatte: Ist das Böllerverbot eine sinnvolle Maßnahme?

Auch in diesem Jahr wird es kein Feuerwerk an Silvester geben. Ziel ist es, die Krankenhäuser zu entlasten und die Verbreitung von Corona einzudämmen. Die Handelsblatt-Leserschaft debattiert, ob diese Maßnahme wirklich etwas bringt. 29.12.2021 - 21:25 Uhr Artikel anhören

Kein Verkauf von Feuerwerk für Silvester.

Foto: dpa

Auf die stillen besinnlichen Nächte der Weihnachtszeit folgt nun die stille Nacht des Jahreswechsels. Feuerwerk ist auch dieses Silvester wieder verboten. Die Regierung will damit die Krankenhäuser entlasten, da somit kaum Bürger durch Böller verletzt würden. Gleichzeitig sollen sich weniger Menschen zum Feiern treffen, damit sich das Coronavirus nicht so stark verbreiten kann.

Für die Handelsblatt-Leserschaft ein Thema mit Explosionspotenzial. Die einen wollen, um Tier- und Umwelt zu schonen, dass Böller auch nach der Pandemie verboten bleiben. Andere finden, ohne Böller gehe ein Stück Kultur verloren. Außerdem führe ein Verbot nur dazu, dass sich die Menschen gefährliche Knaller im Ausland besorgten. Wieder andere wollen einen Kompromiss. Kein privates Feuerwerk mehr, dafür aber städtisches. So bekäme jeder was zu schauen, und die Feuerwerkshändler hätten zumindest einen Ersatzabsatzmarkt.

Die streitbarsten Kommentare, die uns zu diesem Thema erreicht haben, finden Sie wie gewohnt auf dieser Seite gesammelt.

Geldverbrennen

„Es gibt viele Alternativen zum umwelt- und menschenschädlichen Böllern mit Raketen und sonstigen Gerätschaften an Silvester. Verbote sind allerdings generell nicht mein Ding: verdeutlichen sie doch wieder und wieder, dass vielen Deutschen der gesunde Menschenverstand immer mehr abhandenkommt. Wenn man in ruhiger Minute und klarem Verstand drüber nachdenkt, kommt man doch selbst drauf, dass diese Art des ‚Geldverbrennens‘ weder gesund für Mensch, Natur noch Tier ist. Warum sollte man es also machen, wo es doch viele andere schöne Rituale gibt – da ist eben Kreativität gefragt –, leider heute oft Mangelware. Schade eigentlich, und vielleicht ist somit das unsägliche und aus meiner Sicht auch unpassende ‚Verbot‘ zumindest eine Anregung, sich selbst Gedanken zu anderen Möglichkeiten zu machen.“

Heidi Schmidt

Mehr schwere Verletzungen

„Ein Verkaufsverbot in Deutschland treibt die potenziellen Käufer in die Arme derer, die ihre Waren online oder auf Märkten im Grenzgebiet anbieten. Die Mediziner müssen zwangsweise das Verbot als ‚Entlastung‘ sehen, da die Fallzahlen sicher geringer werden. Die Schwere der Fälle, die nun übrig bleiben, dürfte jedoch erheblich höher sein, und ob dann noch von einer Entlastung gesprochen werden darf, müsste bewiesen werden. Meine ganz persönliche Meinung zu Böllern: In meinen jungen Jahren ein Muss, jetzt mit 50 kann ich gut darauf verzichten, zum Wohle von Haus- und Wildtieren, denn für diese ist es eine Tortur.“

Michael Buth

Kompromiss gesucht

„Ich befürworte zentrale, von Städten und Kommunen ausgerichtete Feuerwerke an zentralen Plätzen und ein Verbot von privatem Verkauf, nach Corona. Dies als Kompromiss, damit sich die Menschen an einem hochwertigen Feuerwerk erfreuen, Hersteller und Händler noch ein Geschäft machen können und Sicherheit und Reinigung mit weniger Aufwand durchgeführt werden kann.“

Christian Lukas

Traditionen verbieten

„Normal halte ich mit Meinung eher hinterm Berg, aber dieses Thema finde ich nicht nachvollziehbar.
Ich habe tatsächlich den Eindruck, dass Deutschland hier durch die Hintertür versucht, dauerhaft alte Traditionen zu verbieten. Das passt auch in die politische Ausrichtung der nächsten Jahre, da man mal wieder etwas für die Umwelt tut. Ich bin – wie wahrscheinlich 80 Prozent der Bevölkerung – für einen gebührenden Jahresausklang. Wenn man es in Betracht zieht, dies abzuschaffen, dann soll doch bitte ein Volksbegehren ins Leben gerufen werden. Schließlich sollen unsere Politiker das Volk vertreten und nicht treten.“

Karsten May

Ein Verbot hilft der Umwelt

„Ich finde das Feuerwerk-Verbot gut, aber nicht unbedingt aufgrund der Coronapandemie, sondern aus Umweltgesichtspunkten. In den letzten Jahren wurden an Silvester auch viele Menschen durch die Feuerwerkskörper verletzt und Polizisten angegriffen. Sicherlich führen Feuerwerke zu einer Ansammlung von Menschen, die das Coronavirus verbreiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Kontaktbeschränkungen zu sinkenden Corona-Neuinfektionen geführt haben. Soll man diese Folgen (Umwelt, Verletzungen der Menschen, Corona) wegen circa einer Stunde Feuerwerk in Kauf nehmen? Ich finde NEIN!“

Sureya Hesse

Entschädigung für Hersteller

„Ich begrüße das Böllerverbot voll und ganz, wünsche mir dies sogar dauerhaft – gerne mit einer vorübergehenden Entschädigung der Produzenten und Händler. Die private Böllerei produziert jede Menge Feinstaub, tagelangen Lärm (nicht jeder Mensch und schon gar keine Tiere freuen sich darüber) und ganz viel Müll, beziehungsweise Dreck auf Straßen und in Gärten, welcher im seltensten Fall von den Verursachern beseitigt wird. Lieber sollten zum Beispiel Städte ein zentrales professionelles Feuerwerk anbieten, die kleinen Supermarktraketen sind ohnehin nicht besonders schön.“

Markus Goller

Verbot hilft illegalem Feuerwerk

„Statistiken belegen, dass es in der Silvesternacht kaum medizinische Notfälle durch Feuerwerk gibt, eher durch Alkohol und Gewalt. Und die abgesprengten Finger gehen ausschließlich auf illegale Feuerwerkskörper zurück. Wir sollten lieber auf die ökologisch sowieso nicht nennenswerten CO₂ Einsparungen verzichten, die ein Feuerwerksverbot einbringt und qualitativ hochwertiges Feuerwerk unterstützen, anstatt durch ein Verbot illegales Feuerwerk aus dem Ausland noch attraktiver zu machen.“

Justus Sprengel

Es den Profis überlassen

„Ich finde es gut und schade zugleich, dass ein Feuerwerksverbot auferlegt wird. Schade ist es, weil es doch sehr schön aussieht, wenn der Himmel von den vielen Farben erleuchtet wird. Gut ist es schlussendlich dann doch. Dadurch vermeiden wir für Tiere schädlichen Lärm, eine große Menge Müll und müssen keine Angst mehr vor Verletzungen haben, die durch unachtsamen und unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern entstehen. Im Sinne einer 80/20-Lösung wäre ein Feuerwerk organisiert von der Stadt und ausgeführt von Profis ein denkbarer Kompromiss.

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Holger Schützendorf

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