„Hospital at Home“: Studie belegt, wie vorteilhaft medizinische Versorgung zu Hause ist
Berlin. „Für mich ist das Krankenhaus der Zukunft eine große Intensivstation, auf der Hightech-Medizin praktiziert wird. Alle anderen Behandlungen sollten außerhalb stattfinden.“ Mit diesem Satz skizziert Bruce Leff, Geriatrie-Professor an der Johns Hopkins University und Pionier des Konzepts „Hospital at Home“, eine neue Versorgungslogik.
Dahinter steckt die Idee, Menschen nach kurzer Klinikphase nicht wochenlang weiter stationär zu behandeln, sondern in den eigenen vier Wänden – auf Krankenhausniveau, mit ärztlichen Visiten, professioneller Pflege und digitalem Monitoring. Während Länder wie Spanien, Israel oder Großbritannien solche Modelle längst etabliert haben, steckt Deutschland noch in Pilotprojekten.
Neue Daten belegen die Vorteile
Eine neue Studie der Rhön-Stiftung zeigt: „Hospital at Home“ ist sicher, wirksam und kosteneffizient. Gemeinsam mit dem Institut für angewandte Versorgungsforschung (Inav) hat die Stiftung dafür 104 internationale Publikationen ausgewertet.
„Die Behandlungsergebnisse sind mindestens gleichwertig, zum Teil sogar besser“, sagt Anna-Lena Brecher, Hauptautorin der Studie. Mortalität und Wiederaufnahmeraten unterscheiden sich nicht von der stationären Versorgung, oft sinken sie sogar. Hinzu kommt eine deutlich höhere Patientenzufriedenheit.