Auktionsmarkt: Britisches Auktionshaus Bonhams übernimmt schwedischen Mitbewerber Bukowskis
Das Auktionshaus ist digital gut aufgestellt und eine bewährte Anlaufstelle für Design und Moderne.
Foto: BukowskisBukowskis besteht seit 1870, mit dem Mutterhaus in Stockholm und Zweigstellen in Göteborg, Malmö, Kopenhagen und Helsinki. Seit 2007 befand sich Bukowskis im Besitz der bedeutenden schwedischen Unternehmerfamilie Lundin, die die Firma jetzt zu einem unbekannten Preis verkauft.
Das Haus hat eine starke Position im skandinavischen Markt. Auch deutsche Bieter fanden hier attraktive Lose bei Design oder der Moderne. 2021 verkaufte Bukowskis elf der 15 wertvollsten Objekte in Schweden. Im Dezember setzte es einen Weltrekord für ein Bild von Anders Zorn. „Sonntagmorgen“ von 1891, aus der Sammlung des bedeutenden Verlegers Rudolf Mosse, verkaufte sich für umgerechnet 2,9 Millionen Pfund.
Attraktiv für Bonhams ist jedoch vor allem Bukowskis digitale Präsenz. Mit einer Million Benutzer im Monat und einer großen Anzahl von Online-Auktionen im unteren und mittleren Preissegment kann es Bonhams wichtige Expertise geben.
Bonhams Geschäftsführer Bruno Vinciguerra führt in einer Pressemeldung vom 11. Januar aus: „Bonhams Kauf eines gefeierten Auktionshauses ist ein wichtiger Teil unserer Strategie, Bonhams digitale Führungsposition zu bilden und es zu einem wirklich globalen Spieler mit einer ausgewogenen Präsenz in den USA, Europa und Asien zu erweitern.“
Bereits 2021 kaufte Bonhams die digitale Plattform „The Market“, auf der klassische Automobile online versteigert werden.
Strategisch mindestens ebenso bedeutsam ist die Ausrichtung auf Europa. Auch hier macht der Kauf intern Sinn, hat das Haus doch kürzlich eine Dependance in Paris eröffnet. Sprach man vor der Pandemie allgemein immer nur vom globalen Markt mit Hinblick auf Asien, ist interessant, wie sich Bonhams nach Europa ausrichtet und damit die Bedeutung der hiesigen Sammlernationen wahrnimmt.
In diesem Sinne soll das 100 Mitarbeiter starke Bukowskis-Team übernommen werden, und der historische Firmenname bleibt erhalten.
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