Coronavirus: Erster Omikron-Fall in Peking – Chinas Hauptstadt verschärft Präventionsmaßnahmen
Die Regierung in Peking versucht, die Ausbreitung der Omikron-Variante in China möglichst zu verhindern.
Foto: APPeking. Am Wochenende ist der erste Fall der hochansteckenden Covidvirus-Variante Omikron in der chinesischen Hauptstadt Peking gemeldet worden. Chinesische Behörden veröffentlichten daraufhin detaillierte Informationen dazu, wo die betroffene Person arbeitet, wo sie wohnt und welche Orte sie in den vergangenen Tagen aufgesucht hat.
Die Menschen wurde unter Androhung von Strafen dazu aufgefordert, sich Covidtests zu unterziehen, wenn sie sich ebenfalls an einem der Orte aufgehalten haben. Die Gesundheitskommission des betroffenen Stadtteils Haidian testete bis Sonntagmittag laut eigenen Angaben mit 300 medizinischen Mitarbeitern 13.000 Personen, die potenziell mit dem Infizierten in Kontakt gekommen sein könnten. Bisher, so die Kommission, seien alle Fälle negativ.
Weniger als drei Wochen vor dem Start der Olympischen Winterspiele steigt in Peking die Nervosität wegen einer weiteren Verbreitung des Virus. Die chinesische Staatsführung verfolgt im Kampf gegen das Virus eine bislang weitestgehend erfolgreiche Null-Fall-Strategie.
Die Zahl der Neuinfektionen unter den rund 1,4 Milliarden Einwohnern lag in den vergangenen Monaten selten landesweit bei mehr als 100 pro Tag. Während in anderen Teilen der Welt die Omikron-Fallzahlen in die Höhe schnellten, meldete China erst vor wenigen Tagen den ersten lokal übertragenen Fall der hochansteckenden Virusvariante in der nordöstlichen Hafenstadt Tianjin. Kurz danach wurden auch vereinzelte Omikron-Fälle in der Wirtschaftsmetropole Schanghai, der südchinesischen Tech-Provinz Guangdong sowie zwei weiteren Provinzen gemeldet.
Dass die Virusvariante nun auch Peking erreicht hat, ist nicht nur wegen der herausragenden politischen Bedeutung der Hauptstadt innerhalb Chinas heikel. Am 4. Februar sollen die Olympischen Winterspiele in der 21-Millionen-Einwohner-Metropole beginnen.
China versucht, das Virus mit strikten Maßnahmen einzudämmen
Um eine Ansteckung der Bevölkerung zu verhindern, werden die Sportler, Mitreisenden und Journalisten in eng abgetrennten Bereichen von der übrigen Bevölkerung getrennt gehalten. Der Großteil des Personals für die Olympischen Winterspiele wird laut chinesischen Medienberichten am 21. Januar erwartet. Dann sollen zwölf Flüge und rund 200 Personen in der Hauptstadt eintreffen.
China hatte sich in den vergangenen zwei Jahren immer stärker vom Ausland abgeschottet, um Ansteckungen zu vermeiden. Am Freitag wurden Dutzende der ohnehin sehr wenigen verbleibenden internationalen Flugverbindungen in die Volksrepublik gestrichen.
Laut Berichten von chinesischen Medien verschärft auch Peking seine Präventionsmaßnahmen. Vom 22. Januar bis Ende März müssen alle Personen, die nach Peking einreisen oder dorthin zurückkehren, innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Ankunft einen Covidtest durchführen.
Um den Virusausbruch in anderen Teilen des Landes unter Kontrolle zu bekommen, hatten die Lokalregierungen im Rest des Landes bereits zu drakonischen Maßnahmen gegriffen. So dürfen die Bewohner der Millionenstadt Xi’an in Zentralchina nach einem Ausbruch des Virus seit Mitte Dezember ihre Wohnungen nicht mehr verlassen.
Die Maßnahmen betreffen auch die Wirtschaft des Landes. So mussten die Automobilhersteller Volkswagen und Toyota laut eigenen Angaben ihre Produktion in der von Omikron-Fällen betroffenen Hafenstadt Tianjin vorübergehend aussetzen.
Am Sonntag sank die Zahl der registrierten Covid-Infektionen in ganz China im Vergleich zu Samstag auf insgesamt 65 Fälle. China gibt meistens zunächst nicht an, zu welcher Variante das Virus gehört.