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Neue AufgabenJoachim Lang verlässt den Bundesverband der Deutschen Industrie

Brexit, Kohleausstieg, Coronapandemie – der Hauptgeschäftsführer konnte sich nicht über Arbeitsmangel beklagen. Nun verlässt er überraschend den Industrieverband.Klaus Stratmann 07.02.2022 - 17:16 Uhr Artikel anhören

Im Umfeld des BDI hieß es, Lang suche nach fünf Jahren beim BDI schlicht eine neue Herausforderung.

Foto: imago images/Metodi Popow

Berlin. Joachim Lang verlässt den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). In seine Amtszeit fielen grundlegende Weichenstellungen für die Industrie, etwa in der Frage des Brexits, aber auch in der Positionierung mit Blick auf den Klimaschutz. Hinzu kamen die Bundestagswahl und der Regierungswechsel.

In den vergangenen beiden Jahren gehörte es außerdem zu den Aufgaben Langs, die Interessen der Industrie im Umgang mit der Coronapandemie zu vertreten. Lang werde das Präsidium des BDI auf dessen nächster Sitzung am 21. Februar um dessen Zustimmung bitten, seine Funktion als Hauptgeschäftsführer und Mitglied des BDI-Präsidiums zum 31. Mai niederzulegen, teilte der Verband am Montag überraschend mit. Joachim Lang werde sich „künftig neuen Aufgaben außerhalb des Verbandes widmen“, hieß es weiter.

„Nach fünf intensiven und erfüllten Jahren im Amt habe ich beschlossen, neue inhaltliche und berufliche Ziele zu verfolgen. Dem BDI werde ich immer eng verbunden bleiben“, sagte Lang zu seiner Entscheidung. Man „bedaure und respektiere den Wunsch“ Langs, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Lang war im Dezember 2016 vom Eon-Konzern zum BDI gewechselt und hatte seit April 2017 das Amt des Hauptgeschäftsführers inne. Zu den Gründen für Langs Abgang kursierten am Montag unterschiedliche Informationen.

Einem Bericht der „Welt“ zufolge muss Lang gehen, weil er als unionsnah gilt und der BDI sich nach dem Regierungswechsel zu einer Ampelkoalition neu aufstellen wolle. Eine Bestätigung für diese Version gibt es nicht. Im Umfeld des Verbandes hieß es, Lang suche nach fünf Jahren beim BDI schlicht eine neue Herausforderung. Der 54-Jährige führte den Verband unter den drei BDI-Präsidenten Ulrich Grillo, Dieter Kempf und Siegfried Russwurm.

Der Industrieverband hatte in den vergangenen Jahren bereits einen Wandel vollzogen. Ihm war es lange schwergefallen, sich in Fragen der Energie- und Klimapolitik klar zu positionieren, weil die Mitgliedsverbände stark divergierende Interessen haben. Unter BDI-Präsident Russwurm neigte der Verband eher dazu, auf Probleme und Risiken der Energiewende hinzuweisen, insbesondere mit Blick auf die Kosten.

Eon-Interessen in den politischen Raum

Joachim Lang, promovierter Jurist, hatte vor seiner Zeit beim BDI als Leiter der Eon-Konzernrepräsentanz in Berlin maßgeblich darin mitgewirkt, die Interessen des Energiekonzerns in den politischen Raum zu tragen. Dabei profitierte er davon, dass er vor seinem Wechsel zu Eon im Jahr 2007 in der Unionsfraktion und im Bundeskanzleramt gearbeitet hatte, wo er zuletzt die Koordinierung der Europapolitik der Bundesregierung leitete.

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In seine Zeit bei Eon fielen relevante energiepolitische Entscheidungen, allen voran der vorgezogene Atomausstieg nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011, aber auch die Aufspaltung des Konzerns. Die Aufspaltung war mit schwierigen Fragen zur Übernahme der Haftung für die radioaktiven Abfälle der Kernkraftwerke verbunden.

Bis zur Bestellung der Nachfolge Langs durch die zuständigen BDI-Gremien werden nach Angaben des Verbandes Holger Lösch, Wolfgang Niedermark und Iris Plöger als Mitglieder der Geschäftsführung unter Koordination von Präsident Russwurm den BDI führen.

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