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  4. Tui: Reisekonzern plant erste Rückzahlung von Staatshilfen

TouristikTui-Chef blickt mit Optimismus auf das Sommergeschäft

Tui hat den Umsatz im ersten Quartal deutlich gesteigert und erwartet mehr Buchungen im Sommer. Die Erträge sind trotzdem schwächer als erwartet.Christoph Schlautmann 08.02.2022 - 11:49 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Reisekonzern aus Hannover hofft auf ein starkes Sommergeschäft.

Foto: imago images/localpic

Düsseldorf. Tui-Vorstandschef Fritz Joussen lässt seine Hoffnungen auf den Wiederaufstieg von Europas größtem Reisekonzern nicht fallen. Gegenüber dem Winterquartal 2020/21 habe sich der Umsatz zuletzt verfünffacht, berichtete er am Dienstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen.

Der Buchungsstand für den Sommerurlaub 2022 entspreche bereits wieder 72 Prozent des Niveaus vom Sommer 2019. „Der Konzern rechnet daher damit, dass der Sommer 2022 in etwa das Vorkrisenniveau erreichen wird“, teilte er mit.

Auf der Ertragsseite aber hinkt Tui deutlich hinterher. Zwischen Oktober und Dezember 2021 meldete der Konzern einen Betriebsverlust (Ebit) von 271 Millionen Euro, nach einem Minus von gerade einmal 78 Millionen Euro zwei Jahre zuvor. Auch das um Sondereffekte bereinigte Verlustergebnis war mit 274 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie, wobei eine Verdoppelung der Zinsaufwendungen auf 148 Millionen Euro hinzukommt. Grund für die Misere: Trotz milliardenschwerer Kapitalerhöhungen haben sich die Finanzschulden seither auf 3,6 Milliarden Euro nahezu verdoppelt.

Dank einer erneuten Eigenkapitalspritze im November – diesmal sammelte Tui 1,1 Milliarden Euro ein – wies der Konzern zum Jahreswechsel ein positives Eigenkapital von knapp 0,4 Milliarden Euro aus – und damit eine Quote von 2,5 Prozent. Nach Abzug der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter sieht die Lage für die Tui-Aktionäre dennoch enttäuschend aus. Das auf sie entfallende Eigenkapital bleibt mit minus 0,3 Milliarden Euro weiterhin negativ.

Auch operativ verfehlte Tui die Prognosen der Analysten. Statt der gemeldeten 2,4 Milliarden Euro Quartalsumsatz hatten sie mit 100 Millionen Euro mehr gerechnet. Mehr noch enttäuschte das Nettoergebnis von minus 384 Millionen Euro im ersten Geschäftsquartal. Für die Monate Oktober bis Dezember hatten die Marktexperten mit einem Verlust von lediglich 186 Millionen Euro gerechnet.

Entsprechend fiel der Aktienkurs am Morgen um gut zwei Prozent auf unter drei Euro. Dennoch werden die Papiere, die bei einer Tui-Zerschlagung zu Buchwerten theoretisch wertlos wären, aktuell mit 4,85 Milliarden Euro gehandelt.

Getragen wird der Kurs durch Erwartungen. So bekräftigte Joussen die bereits Anfang Dezember veröffentlichte Entscheidung, im April 2022 die ursprünglich 3,05 Milliarden Euro umfassende KfW-Kreditlinie um 700 Millionen Euro zurückzufahren. Ein Teil davon ist derzeit ohnehin ungenutzt. Zudem werde der Großteil der geplanten jährlichen Einsparungen von 400 Millionen Euro schon 2022 erreicht, sagte Joussen.

Fernreisen werden immer beliebter

Hoffnungsvoll entwickelte sich außerdem die Hotelsparte, in der Tui rund 400 eigene Resorts betreibt. Sie kehrte trotz des üblicherweise flauen Wintergeschäfts im abgelaufenen Quartal operativ in die schwarzen Zahlen zurück.

„Die durchschnittlichen Ausgaben pro Sommerbuchung sind um 22 Prozent gestiegen“, sagte Joussen. „Das haben wir noch nie erlebt.“ Stark nachgefragt seien vor allem Fernreisen auf die Kapverden, in die Karibik und nach Sansibar. Griechenland werde aktuell doppelt so stark gebucht wie im Vorjahr.

Auch die Buchungen insgesamt ziehen an, nachdem sie angesichts der Omikron-Welle in einigen Wochen auf fast 25 Prozent des Vorkrisenniveaus zurückgefallen waren. Anfang Februar erreichten sie laut Joussen wieder den Stand von 2019. Insbesondere in den Niederlanden, Großbritannien und Belgien habe es überdurchschnittliche Zuwächse gegeben.

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Darüber hinaus äußerte Joussen die Erwartung, dass der deutsche Staat seine stille Beteiligung von 1,1 Milliarden Euro in der nächsten Zeit in Aktienkapital verwandelt. „Mit einem vereinbarten Preis von einem Euro je Aktie wäre das für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds ein attraktives Geschäft“, sagte der Tui-Vorstandschef. Die Entscheidung darüber liege aber nicht bei ihm.

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