Gesundheit: Wie Start-ups Frauengesundheit auf die Agenda setzen
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Foto: HandelsblattKöln. Lange hat Hello-Better-Mitgründerin Hanne Horvath auf diesen Moment hingearbeitet: Seit dem vergangenen Freitag ist das Hamburger Start-up mit seiner vierten digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) im offiziellen Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel gelistet. Das von Psychologinnen und Psychotherapeutinnen begleitete Online-Therapieprogramm „Vaginismus Plus“ soll Frauen helfen, Schmerzen beim Sex und damit verbundene Ängste und Verkrampfungen der Scheiden- und Beckenmuskulatur zu bewältigen. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen nun die Kosten für die Anwendung, wenn Ärztinnen sie verschreiben.
Hello Better ziele mit allen seinen Therapieprogrammen auf Menschen, die im Gesundheitssystem bisher häufig durchs Raster fallen, sagt Horvath. Für die neue DiGA gelte das aber in besonderem Maße: „Bei Vaginismus ist es fast ein Euphemismus, von einer ‚Unterversorgung‘ zu sprechen – die Erkrankung wird bisher oft nicht einmal diagnostiziert.“
Dabei seien bis zu 20 Prozent der Frauen vor der Menopause betroffen. Ihnen sei eine unbeschwerte Sexualität oder gynäkologische Untersuchungen oft nicht mehr möglich. In Studien des Start-ups hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als wirksam erwiesen.