Ukraine-Konflikt: Militärexperten über Häuserkampf: „Der Angreifer braucht fünfmal so viele Einheiten wie der Verteidiger“
Ein Häuserkampf könnte den russischen Invasoren schwer zusetzen.
Foto: dpaBerlin. Es herrscht Krieg in der Ukraine, Russland hat seinen „Bruderstaat“ angegriffen. Erst aus der Luft, dann mit Bodentruppen. Das Narrativ: Putin will die Ukrainer von einem „Nazi“-Regime befreien. Seine Hoffnung war offenbar, dass die Bevölkerung des Nachbarlandes seine Truppen freudig empfangen und die ukrainischen Soldaten ihre Waffen niederlegen.
Längst ist klar, dass sich die russischen Truppen überschätzt haben. Die Ukrainer leisten den Invasoren Widerstand, die Soldaten kämpfen erbittert gegen die Aggressoren, Putins Truppen scheinen demotiviert und unvorbereitet.
Dafür häufen sich Berichte über Raketenangriffe auf zivile Ziele: Wohngebiete, Kindergärten, Krankenhäuser. Vor allem Kiew, Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, sowie die Hafenstadt Mariupol befinden sich unter starkem Beschuss. Entscheidend könnte sein, ob sich die russischen Truppen auf einen Städtekampf einlassen oder noch schwerere Geschütze auffahren – die Angst davor steigt.
Doch ein Häuserkampf könnte den russischen Invasoren schwer zusetzen. Auch wenn durch Artillerie Großteile von Städten zerstört wurden, „bleiben städtische Gebiete eine Herausforderung für die Invasionstruppen“, schreibt Lawrence Freedman, emeritierter Professor für Kriegswissenschaft am Londoner King’s College.