Stahlhändler: Klöckner & Co mit bestem Jahresergebnis seit Börsengang – Aktie trotzdem im Minus
Der Duisburger Stahlhändler erzielte ein Rekordergebnis.
Foto: dpaDuisburg. Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) erwartet nach einem Rekordergebnis 2021 im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang. Die Preisdynamik werde wohl nicht so stark sein wie im Vorjahr, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht. Daher werde das operative Ergebnis deutlich niedriger ausfallen.
KlöCo hatte 2021 das beste Betriebsergebnis seit dem Börsengang 2006 erzielt. Der operative Gewinn (Ebitda) vor wesentlichen Sondereffekten stieg auf 848 Millionen Euro von zuvor 111 Millionen Euro. Die Aktie rutschte am Mittwoch nach ersten Gewinnen zeitweise um mehr als zwei Prozent ins Minus.
Die Aktionäre sollen für 2021 eine Dividende von einem Euro je Papier erhalten. Im November hatte KlöCo eine Gewinnbeteiligung von 90 Cent bis 1,10 Euro je Anteilsschein in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte KlöCo für das Geschäftsjahr 2018 eine Gewinnbeteiligung von 30 Cent je Aktie ausgeschüttet.
Unter dem Strich verdiente Klöckner 629 Millionen Euro, nachdem im Jahr zuvor noch ein Verlust von 114 Millionen Euro angefallen war. Das Ergebnis pro Aktie stieg auf 6,21 Euro (Vorjahr: - 1,16 Euro).
Die Stahlbranche mit Konzernen wie Thyssenkrupp und Salzgitter profitiert nach dem Höhepunkt der Coronakrise von einer weltweit gestiegenen Nachfrage. Belastend wirken sich hingegen hohe Rohstoff-, Energie- und Transportkosten aus. KlöCo-Vorstandschef Guido Kerkhoff erwartet 2022, dass die Stahlnachfrage in den Kernmärkten Europa und Nordamerika weiter anzieht.
Er bestätigte die Prognose für das erste Quartal, wonach das operative Ergebnis (Ebitda) vor wesentlichen Sondereffekten bei 130 bis 180 Millionen Euro liegen soll nach 130 Millionen vor Jahresfrist.
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Punkten will der frühere Thyssenkrupp-Chef Kerkhoff mit dem Vertrieb von klimaschonendem Stahl. Einen wichtigen ersten Meilenstein habe KlöCo bereits erreicht.
„Klöckner & Co hat eine Partnerschaft mit dem schwedischen Unternehmen H2 Green Steel, kurzH2GS, geschlossen und sich signifikante Mengen an Stahl gesichert, der nahezu frei von CO2- Emissionen ist.“ Ab 2025 sollten jährlich im Rahmen der Partnerschaft zunächst bis zu 250.000 Tonnen grüner Stahl geliefert werden – mit der Option auf eine zukünftige Erweiterung der Liefermengen.