Cum-Ex: Vor Prozessbeginn gegen Hanno Berger: Ehemaliger Kanzleipartner soll Millionen zahlen
Der Kronzeuge im Cum-Ex-Prozess gegen Hanno Berger hat eine Beteiligung an dem Verfahren durch die angekündigte Zahlung einer zweistelligen Millionensumme abgewendet.
Foto: ReutersDüsseldorf. Sein Gesicht konnte er verstecken, seinen Gewinn nicht. Der Mann, der im Oktober 2018 vor einer Fernsehkamera saß, trug eine aufwendig hergestellte Maske und nannte sich Benjamin Frey. Es war nicht sein echter Name. Jahrelang hatte Frey als Steueranwalt dabei geholfen, sogenannten Cum-Ex-Handel zu orchestrieren – Steuergeschäfte zulasten des deutschen Staates.
Frey wollte auspacken, ohne seine Identität preiszugeben. Seine Gewinne aus den illegalen Geschäften behielt er. Das ändert sich nun, wie das Handelsblatt aus Insiderkreisen erfuhr.
Frey verzichtet auf Widerspruch gegen die vom Landgericht Bonn angeordnete Einziehung der ihm und seinem ehemaligen Anwaltspartner Hanno Berger „zugeflossenen Profitanteile“ bei Cum-Ex-Geschäften der Hamburger Traditionsbank M.M. Warburg.
Ihre Höhe: 27.333.998 Euro. Freys Anwälte bestätigten dies dem Handelsblatt auf Nachfrage. Frey geht damit in Vorleistung. Am 4. April beginnt am Landgericht Bonn die Hauptverhandlung gegen Berger, mit dem Frey früher eng zusammenarbeitete. Berger gilt als Strippenzieher hinter zahllosen Cum-Ex-Geschäften, Ermittler nennen ihn den „Spiritus Rektor“ des Steuerbetrugs.