Landesbank: NordLB kehrt in die schwarzen Zahlen zurück – und erzielt 2021 einen Minigewinn
Die Norddeutsche Landesbank erreicht 2021 einen kleinen Vorsteuergewinn. Zuvor hatte sie drei Jahre Verluste eingefahren.
Foto: dpaFrankfurt. Die NordLB schreibt nach drei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen. Die Norddeutsche Landesbank erzielte 2021 einen Vorsteuergewinn von 16 Millionen Euro, wie sie am Donnerstag mitteilte. „Wir sind bei der Transformation unseres Hauses gut vorangekommen“, sagte der neue Vorstandschef Jörg Frischholz. „Wir werten das als Erfolg.“
„In Verbindung mit unserer sehr komfortablen Kapitalausstattung gibt uns diese Entwicklung Spielräume, nun wieder verstärkt auf Wachstum zu setzen“, sagte Frischholz. Der 45-Jährige steht seit Jahresbeginn an der Spitze der Landesbank, zuvor hatte er für die Hypo-Vereinsbank gearbeitet.
Seit ihrer Beinahepleite steht die NordLB besonders im Fokus der Öffentlichkeit. Horrende Verluste in der Schiffsfinanzierung konnte die Hannoveraner Landesbank vor drei Jahren nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen. Anteilseigner wie die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen-Finanzgruppe schnürten ein 3,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket, das Ende 2019 von der EU-Kommission abgesegnet wurde.
Parallel wurde ein Verschlankungsprogramm verabschiedet. Die Bilanzsumme ist inzwischen auf rund 115 Milliarden Euro gesunken. In der Kernbank ist ein weiterer Rückgang auf 95 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 angepeilt.
Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll von einst 6000 auf 2800 bis 3000 sinken. Derzeit sind es knapp 4400 Beschäftigte.
Keine Schiffsrisiken mehr
Der Zinsüberschuss der NordLB sackte 2021 um fast 40 Prozent ab, auch weil sie Portfolios abgebaut hat. Das Geldhaus profitierte im vergangenen Jahr besonders davon, dass es zuvor gebildete Risikovorsorge auflösen konnte.
Risiken aus Schiffskrediten, die die NordLB in die Schieflage gebracht hatten, gibt es nicht mehr. „Wir haben de facto kein Schiffsexposure mehr“, sagte Frischholz. Das verbleibende Schiffsportfolio von 700 Millionen Euro ist laut Finanzchef Olof Seidel abgesichert. Zeitweise war es 20 Milliarden Euro schwer gewesen.
Dennoch will die NordLB im eigentlichen Geschäft wieder zulegen. „Wir haben freie Risikoaktiva für weiteres Wachstum“, sagte Frischholz. Das Ziel sei, das Geldhaus zu einer „sehr profitablen Landesbank“ zu machen. Sie gut aufzustellen, um auch die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine tragen zu können.
Die anderen drei großen Landesbanken haben im vergangenen Jahr hohe Gewinne eingefahren. Die größte Landesbank, die LBBW, fuhr ein Vorsteuerergebnis von 817 Millionen Euro ein. Mehr hatte sie zuletzt vor Ausbruch der Finanzkrise verdient.
Die BayernLB verdiente 816 Millionen Euro vor Steuern. 45 Prozent des Gewinns stammten von ihrer Onlinetochter DKB. Der Vorsteuergewinn der Helaba betrug 569 Millionen Euro.