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GenossenschaftsbankenVermitteln statt finanzieren: Berliner Volksbank vergibt Baukredite erst ab 750.000 Euro

Kleinere Immobilienfinanzierungen reicht die Genossenschaftsbank an andere Geldgeber weiter. Der Gewinn der größten deutschen Volksbank ist 2021 deutlich gestiegen.Elisabeth Atzler 08.04.2022 - 15:28 Uhr Artikel anhören

Die Berliner Volksbank hat den Provisionsüberschuss im vergangenen Jahr deutlich gesteigert, auch der Gewinn legte zu.

Foto: Berliner Volksbank

Frankfurt. Die Berliner Volksbank konzentriert sich zusehends auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung. Die größte deutsche Volksbank vergibt private Baufinanzierungen erst ab Krediten von 750.000 Euro. Beträge unterhalb dieser Grenze vermittelt sie über Plattformen an andere Geldgeber, wie Bankchef Carsten Jung am Freitag sagte. „Das nehmen wir nicht in die eigenen Bücher.“

Der Wettbewerb in der Baufinanzierung ist enorm. Das drückt auf die Margen. Im Durchschnitt sank die Nettomarge nach Refinanzierungskosten 2021 laut der Beratungsfirma PwC auf 1,05 Prozent pro Jahr. 2020 waren es 1,13 Prozent gewesen.

Eigentlich gilt das Geschäft als risikoarm. Die Finanzaufsicht ist wegen der Kreditvergabe der Banken am heiß laufenden Immobilienmarkt alarmiert und behält sich zusätzliche Beschränkungen vor. Die Vergabe von Wohnimmobilienkrediten steige weiter an, obwohl Käufer immer weniger Eigenkapital mitbrächten, warnte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling diese Woche im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Das Wachstum findet in einem Markt statt, der wegen der steigenden Immobilienpreise immer verwundbarer wird.“

Jung zufolge unterliegen Immobilienfinanzierungen bis 750.000 Euro zusehends einer Standardisierung. Die Entscheidung habe man im Jahr 2020 getroffen. Das könne die Berliner Volksbank nicht so kostendeckend machen wie einige Wettbewerber. Viele Kundinnen und Kunden goutierten es zudem, wenn sie den besten Preis erhielten. Sie würden deshalb nicht die Bankverbindung wechseln.

Viele Geldhäuser sind gerade in der Baufinanzierung in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Für die genossenschaftlichen Sparda-Banken sowie die PSD Banken ist es sogar Kern des Geschäftsmodells.

Kaum Konten für Geflüchtete eröffnet

Mit einer Bilanzsumme von gut 17 Milliarden Euro ist die Berliner Volksbank die drittgrößte Genossenschaftsbank in Deutschland. Vor ihr rangieren nur das Spitzeninstitut DZ Bank und die Apotheker- und Ärztebank.

Für die Vermittlung von Baufinanzierungen erhält die Berliner Volksbank eine Provision – ein Faktor, der den Provisionsüberschuss antreibt. Insgesamt stieg das Provisionsergebnis im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 127 Millionen Euro und damit verhältnismäßig mehr als über alle 770 Genossenschaftsbanken hinweg.

Da auch der Zinsüberschuss leicht anzog und die Kosten etwas geringer ausfielen, verdiente das Geldhaus operativ mehr. Das Betriebsergebnis vor Bewertung verbesserte sich auf 122 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn stieg um ein Viertel auf knapp 85 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Kreditinstitut noch viel Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle infolge der Coronapandemie gebildet. Bundesweit gab es aber kaum faule Kredite.

Die Berliner Volksbank ist deutlich kleiner als die Berliner Sparkasse, die auf eine Bilanzsumme von fast 53 Milliarden Euro kommt. Allerdings arbeitete die Volksbank zuletzt deutlich effizienter. Das Betriebsergebnis vor Bewertung betrug 0,62 Prozent. Bei der Berliner Sparkasse, die allerdings auch im Umbau steckt, liegt der Wert deutlich niedriger. Er gilt als wesentliches Kriterium für die Rentabilität einer Bank.

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Dabei ist die Genossenschaftsbank auch insgesamt relativ stark auf Gewerbekunden ausgerichtet. Sie führt 270.000 private Girokonten. Beim öffentlich-rechtlichen Wettbewerber sind es 1,3 Millionen.

Die Berliner Sparkasse hat zudem weitaus mehr Konten für aus der Ukraine Geflüchtete eröffnet. Es sind bereits rund 5000. Die Berliner Volksbank zählt lediglich 170. Auch in den Jahren 2015 und 2016 hatten die Sparkassen die allermeisten Konten für Geflüchtete eingerichtet.

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