Versicherungskonzern: Allianz schmiedet mit Sanlam größten Versicherer in Afrika
Das Unternehmen verbündet sich in Afrika mit dem Versicherer Sanlam.
Foto: dpaMünchen. Die Allianz will in Afrika mit einem Bündnis mit dem südafrikanischen Versicherer Sanlam schlagkräftiger werden. In dem Gemeinschaftsunternehmen, das in 29 Staaten auf dem Kontinent, ohne Südafrika, vertreten sein soll, zieht sich der Münchner Versicherungsriese aber in die zweite Reihe zurück. Sanlam, die deutlich mehr Geschäft mitbringt, soll 60 Prozent an dem Joint Venture halten, die Allianz zunächst nur 40 Prozent, wie der künftige Mehrheitseigentümer am Mittwoch mitteilte.
Mit einem Marktanteil von rund elf Prozent außerhalb Südafrikas und Prämieneinnahmen von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro entstehe der größte Versicherer Afrikas, sagte Allianz-Chef Oliver Bäte. In den meisten Ländern gehöre es zu den größten drei Anbietern.
Viel Geld haben die beiden Versicherer bisher in den Ländern nicht verdient: Der Nettogewinn lag in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres laut Sanlam zusammen bei 420 Millionen südafrikanischen Rand (rund 25 Millionen Euro) – 254 Millionen Rand steuerte davon der südafrikanische Partner bei.
Die Allianz ist seit 1912 in Afrika vertreten und steuert 2600 Mitarbeiter und zwei Millionen Kunden in elf Ländern wie Ägypten, Kenia, Kamerun und Uganda bei. Sie hatte das Geschäft mit Zukäufen in Marokko, Nigeria und Kenia in den vergangenen Jahren ausgebaut. In Südafrika ist sie nur mit der Industrieversicherungs-Sparte AGCS vertreten, Sanlam ist dort die Nummer eins.
Der Wert des Gemeinschaftsunternehmens wird auf 33 Milliarden Rand (zwei Milliarden Euro) beziffert, zwei Drittel davon bringt Sanlam in die Ehe mit.
Zweijährige Verhandlungen
Afrika sei eine weithin unterschätzte Wachstumschance mit der Möglichkeit, unerschlossene Potenziale zu erschließen, schrieb Jefferies-Analyst Philip Kett. Auf dem Kontinent sind weit weniger Menschen versichert als in Europa.
Die Verhandlungen zwischen Allianz und Sanlam hatten sich rund zwei Jahre hingezogen, schon im Dezember hatten die Südafrikaner Gespräche mit dem Münchner Konzern bestätigt. Die Allianz begrenzt mit der Zusammenlegung ihr Risiko in Afrika.
Sie kann ihren Anteil an dem Joint Venture später bis auf 49 Prozent aufstocken, hat aber auch die Möglichkeit, nach zehn Jahren auszusteigen. Der Posten des Aufsichtsratschefs soll alle zwei Jahre zwischen den Partnern wechseln, ein Vorstandchef muss erst noch gefunden werden.