Rohstoffpreise: „Der große Kostenschub kommt erst noch“: Bauindustrie fürchtet massive Einbrüche
Die Materialengpässe am Bau haben sich Umfragen zufolge nochmals deutlich verschärft. 64 Prozent der Unternehmen rechnen mit weiteren Preisanstiegen.
Foto: APDüsseldorf. „Gebaut wird immer“, besagt ein Sprichwort im Baugewerbe. In den vergangenen beiden Jahren schien sich das mehr denn je bewahrheitet zu haben. Während die Coronapandemie in weiten Teilen der Weltwirtschaft massive Einbrüche verursachte, erwies sich die Bauindustrie nach einem kurzen Tief schnell als eine wesentliche Stütze der Konjunkturerholung.
Nun aber könnte sich das Blatt wieder wenden – und diesmal womöglich längerfristig: Die weltweiten Materialengpässe verschärfen sich, die Preise für Rohstoffe steigen nahezu wöchentlich, Baukosten werden unkalkulierbar, Aufträge brechen weg. Und die Aufbruchstimmung der vergangenen Monate weicht in der Baubranche zunehmend düsteren Perspektiven und Unklarheit. Droht eine nachhaltige Abkühlung des zuletzt schier unstoppbar scheinenden Branchenbooms?
Rohstoffpreise: Droht der Baubranche ein Ende des Booms?
Zumindest für den Moment deutet vieles auf eine solche Entwicklung hin. Es zeichne sich ein „anhaltendes und deutliches Abwärtsgefälle hinsichtlich der Baukonjunktur“ ab, „über alle Kontinente und über alle Bausegmente hinweg“, sagt Sebastian Theopold vom Branchenberater Munich Strategy. Derzeit gebe es im Baugewerbe „eine Spanne der Unsicherheit, wie wir sie zuvor noch nie hatten“.