Boehringer Ingelheim: Pharmaunternehmen möchte mehr Daten extern speichern
Der Pharmakonzern hat große Mengen an Daten angesammelt.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Pharmaindustrie steht noch am Anfang der Digitalisierung. Um datengetriebene Technologien in der Forschung oder Kundenbetreuung einzusetzen, muss die Branche sich umstellen. Markus Schümmelfeder trägt als Leiter der IT bei Boehringer Ingelheim die Verantwortung für die digitale Transformation des Unternehmens. Im Interview mit Handelsblatt Inside zeigt er auf, wo der Pharmakonzern bei den Themen Datenspeicherung, digitaler Zusammenarbeit und der Mitarbeiter-Weiterbildung steht.
Herr Schümmelfeder, Datenmengen werden zur Veranschaulichung häufig in Fernsehzeit umgerechnet. Wie viele Stunden bräuchten Sie, um alle Daten von Boehringer Ingelheim zu sehen?
Markus Schümmelfeder: Das ist in einem Leben nicht möglich. Boehringer Ingelheim sammelt seit über 130 Jahren Daten, und durch neue Technologien kommen täglich mehr Daten hinzu als ein einzelner Mensch sichten könnte.
Das klingt nach vielen Speicherplätzen und einer starken Rechenleistung, also einer IT-Infrastruktur, wie sie nur Amazon besitzt.
Wir haben keine vergleichbare IT-Infrastruktur wie große Tech-Konzerne und müssen Firmen aber auch nicht mit Speicherplatz und Rechenleistung versorgen, sondern sind Teil eines Datenuniversums. Wir betreiben eigene Rechenzentren, mieten aber auch Cloudspeicher zum Beispiel von Amazon und nutzen Daten, die von spezialisierten Anbietern in der Cloud angeboten werden.