Immobilienkrise: Hypothekenboykott: China ruft Banken zu Dringlichkeitssitzungen
Die drohende Insolvenz des Immobilienkonzerns würde den gesamten chinesischen Immobiliensektor weiter belasten.
Foto: dpaPeking. Chinas Behörden haben informierten Kreisen zufolge Dringlichkeitssitzungen mit Banken einberufen. Darauf reagieren sie auf die Weigerung immer mehr Hauskäufer im Land, ihre Hypotheken für festgefahrene Bauprojekte zu bedienen.
Das Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung habe sich in dieser Woche mit Finanzaufsichtsbehörden und großen chinesischen Banken getroffen, um den Boykott zu erörtern, berichten darüber informierte Personen. Dahinter stehe die Sorge, dass weitere Käufer dem Beispiel folgen könnten.
Eine umgehende Lösung sei nicht gefunden worden, hieß es. Lokale Aufsichtsbehörden und Banken seien angewiesen worden, Berichte zu den Auswirkungen vorzulegen wie auch zu den in den einzelnen Verwaltungszonen betroffenen Projekten. Einige Banken planen den Angaben zufolge, für Hypothekenkredite in risikoreichen Gegenden strengere Konditionen einzuführen. Chinas Wohnungsbauministerium antwortete nicht umgehend auf ein Fax mit der Bitte um Stellungnahme.
Jüngste Berichte über die zunehmende Verweigerung von Zahlungen haben zu Verlusten bei chinesischen Bankaktien und Anleihen von Bauträgern geführt. Das spiegelt die Sorge wider, dass die Immobilienkrise des Landes auf das Finanzsystem übergreifen und soziale Unruhen auslösen könnte.
Chinas Banken haben bereits mit Liquiditätsengpässen bei Bauträgern zu kämpfen. Anfang Juli rutsche der Bauträger Shimao in die Zahlungsunfähigkeit. Parallel dazu kämpft der Immobilienkonzern Evergrande gegen die Insolvenz. Nun drohen auch verstärkte Zahlungsausfälle bei Käufern von Wohnimmobilien.