Im Interview: LEG-Chef: „Auf unsere Mieter kommt eine Zahlung von ein bis zwei Monatsmieten zusätzlich zu“
Viele Mieter wird die Preissteigerung überfordern, glaubt der LEG-Chef.
Foto: imago images/EibnerDüsseldorf. Deutschlands zweitgrößter privater Immobilienkonzern LEG Immobilien spricht sich dafür aus, die Wärmeversorgung der deutschen Mieter im kommenden Winter deutlich stärker als bisher einzuschränken. „Ich glaube, dass in der derzeitigen Kriegssituation der Bevölkerung in Deutschland klargemacht werden muss, dass jetzt Verzicht angesagt ist“, sagte Vorstandschef Lars von Lackum dem Handelsblatt. „Und das wird ein Wärmeverzicht sein – das muss man klar politisch aussprechen.“
Die Vermieter bräuchten für den Winter eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher absenken zu dürfen. „Das muss die Politik jetzt rasch entscheiden“, betonte von Lackum.
Lesen Sie hier das Interview mit LEG-Chef Lars von Lackum:
Herr von Lackum, haben Sie sich bereits einen warmen Pullover für den kommenden Winter bereitgelegt?
Nein. Der wird womöglich auch nicht ausreichen – es wird wohl noch eine warme Wolldecke vonnöten sein. Dem ein oder anderen scheinen die Energiesparhinweise unseres Wirtschaftsministers zu profan – ich nehme sie durchaus ernst. Denn es wird zu Einschränkungen in der Wärmeversorgung kommen.
Erste große Wohnungskonzerne kündigten bereits an, die Gasheizungen etwas zu drosseln. Wird auch LEG am Thermostat drehen?
Natürlich senken wir in der Nacht die Wärmezufuhr, alles im gesetzlichen und rechtlichen Rahmen. Das ist gar nichts Neues. Aber es ist auch der Einzelne gefragt. Wenn sich am Heizverhalten nichts ändert, die Heizung voll aufgedreht wird und die Fenster zur Temperaturregulierung geöffnet werden, dann werden wir nicht viel Energie einsparen können.