Firmenanteile verkaufen: Familienunternehmen: Bin ich noch der richtige Eigentümer? Von diesen Fällen können Unternehmer lernen
Die Testamentsvollstreckung machte den Verkauf von Unternehmensanteilen kompliziert.
Foto: SartoriusDüsseldorf. Digitalisierung, Coronapandemie, Energiepreisexplosion, Krieg: Deutsche Familienunternehmern müssen derzeit viele Krisen gleichzeitig managen. Der Fortbestand ganzer Geschäftsmodelle wird auf eine harte Probe gestellt. Matthias Zachert, Chef des Chemiekonzerns Lanxess, warnte bereits vor einer Deindustrialisierung des Landes.
Und ein Ende der Schocks von außen scheint nicht absehbar. Etliche Unternehmerinnen und Unternehmer berichten hinter vorgehaltener Hand, dass sie sich da die Frage stellen, ob sie noch die richtigen Eigentümer sind. Darüber öffentlich sprechen mögen sie nicht. Aber sie rufen bei Madeleine Jahr an, Managing Director bei der US-Investmentbank Houlihan Lokey. Sie berät seit 15 Jahren namhafte Familienunternehmen bei Verkäufen.
Die Mittelständler suchten „Sparringspartner, die verschwiegen auf die Zahlen blicken“, berichtet Jahr. „Oft steht dann noch gar nicht fest, wie sich das entwickeln wird.“
Die Bankerin kennt die Herausforderungen, vor denen die Unternehmerfamilien gerade stehen. Durch Krieg, steigende Energie- und Rohstoffkosten und gestörte Lieferketten bräuchten sie eine höhere Liquidität. „Gleichzeitig steigen die Zinsen, das Vorratsmanagement und das gebundene Kapital“, erklärt Jahr.