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KommentarDas Niedrigwasser im Rhein ist auch ein politisches Scheitern

Das Niedrigwasser des größten europäischen Stroms wird zum Wirtschaftsrisiko. Die Politik hat von ihren Versprechen zum Dürreschutz wenig umgesetzt.Kevin Knitterscheidt 16.08.2022 - 13:24 Uhr Artikel anhören

2018 haben Unternehmen und Verkehrsministerium einen Plan gegen Niedrigwasser vereinbart. Die Politik hat wenig umgesetzt.

Foto: Reuters

Die jährlichen Meldungen über Temperaturrekorde gehören für viele Deutsche mittlerweile zur deprimierenden sommerlichen Routine. Seit Jahren spüren und messen wir, wie der Klimawandel dafür sorgt, dass Deutschland heißer und trockener wird – mit dramatischen Folgen für Landschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

Ein Beispiel: Seit Wochen fallen am Rhein die Pegel, nun ist er derart ausgetrocknet, dass er streckenweise für den kommerziellen Schiffsverkehr unbefahrbar geworden ist. Die betroffenen Unternehmen, die für ihre Rohstoffversorgung auf Europas größte Wasserstraße angewiesen sind, haben schon vor Wochen damit begonnen, ihre Lager aufzufüllen und alternative Transportwege auszuloten. Doch sollte das Niedrigwasser länger anhalten, seien Produktionsdrosselungen nicht auszuschließen, heißt es.

Noch 2018 wurden viele von der sommerlichen Trockenheit des Rheins überrascht. Die Folgen waren millionenschwere Gewinnwarnungen – und ein Acht-Punkte-Plan gegen Niedrigwasser, den die Wirtschaft seinerzeit mit dem Verkehrsministerium vereinbart hatte, um sich auf ähnliche Ereignisse in der Zukunft vorzubereiten.

Niedriger Rhein-Pegel: Klimawandel beschleunigt sich – Reaktionsfähigkeit der Politik nicht

Politisch umgesetzt wurde davon allerdings wenig. Einzig die Unternehmen haben ihr Versprechen eingehalten, in die Entwicklung neuer Transportkonzepte zu investieren. Der maßgebliche Beitrag der Politik steht hingegen noch aus: nämlich die Schiffbarkeit des Rheins durch Umbau zu verbessern.

Das erneute Niedrigwasser auf dem Rhein ist nur ein Beispiel dafür, wie Bund und Länder es versäumt haben, die richtigen Weichenstellungen für den Klimawandel vorzunehmen. So fehlt es etwa auch an einem nationalen Hitzeaktionsplan, um Risikogruppen zu schützen.

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Erstpublikation: 14.08.22, 17:15 Uhr.

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