Inflation: Der Euro kommt nicht aus dem Tief – „Nie da gewesene Risiken für die Wirtschaft“
Die Risiken für den Euro sind in den vergangenen Tagen noch einmal größer geworden.
Foto: ReutersFrankfurt/Zürich. Als der Euro zuletzt so billig war wie jetzt, da war George W. Bush US-Präsident, die Unionsparteien zogen mit dem CSU-Politiker Edmund Stoiber in den Bundestagswahlkampf, und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verlor das WM-Finale im südkoreanischen Yokohama gegen Brasilien. Am Dienstagvormittag ist die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren gefallen und notierte bei nur noch 0,9909 Euro je US-Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken sackte der Euro sogar auf ein Rekordtief ab.
Analysten gehen davon aus, dass der Euro jetzt für einen längeren Zeitraum unter der wichtigen Marke von einem Dollar verharren wird, und sagen weitere Verluste voraus. Im Juli hatten die drohende Rezession in der Euro-Zone und der wachsende Zinsabstand zu den USA den Kurs des Euros erstmals seit 2002 unter die Parität rutschen lassen.
Volkswirte warnen, dass die Euro-Schwäche zu einem weiteren Problem für die europäische Wirtschaft werden könnte, weil der niedrigere Wechselkurs zu wichtigen anderen Währungen Importe teurer macht und damit den ohnehin hohen Inflationsdruck weiter verschärft.