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Börse in New YorkUS-Anleger bekommen vor dem langen Wochenende kalte Füße – Wall Street schließt im Minus

Die Zinsängste der Anleger konnten auch durch schwächelnde Jobdaten nicht gelindert werden. Auch die Energiekrise in Europa bereitet den Investoren Sorgen. 02.09.2022 - 23:01 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Anleger reagieren erleichtert auf die US-Jobmarktdaten.

Foto: IMAGO/Xinhua

Frankfurt, New York. Die Stimmung an der Wall Street bleibt angesichts von Gaskrise, Inflationsschock und Rezessionssorgen angeschlagen. Nach anfänglichen Kursgewinnen infolge robuster US-Arbeitsmarktdaten drehten die Indizes am Freitag ins Minus. Der Dow Jones der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer auf 31.318 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,3 Prozent auf 11.630 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 1,1 Prozent auf 3924 Punkte ein.

Hoffnungen auf weniger aggressive Zinsschritte der US-Notenbank hatten die Kurse zunächst gestützt. In Europa hatte der Dax mehr als drei Prozent höher geschlossen. Im August entstanden mit 315.000 etwas mehr neue Stellen als erwartet. Allerdings schwächte sich der Zuwachs im Vergleich zum Vormonat wie erwartet merklich ab. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,7 von zuvor 3,5 Prozent, gleichzeitig legten die Löhne nicht so stark zu wie befürchtet.

Das sei das ideale Szenario für Anleger, die nun wüssten, dass die Notenbank Fed die Zinsen wohl kaum längerfristig aggressiv anheben werde, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Händler sahen eine Chance von 58 Prozent für eine dritte Zinserhöhung in Folge um 75 Basispunkte im September, vor dem Bericht waren sie von 70 Prozent ausgegangen.

„Trotzdem befinden wir uns in einem langfristigen Abwärtstrend an den Börsen und sind noch nicht über den Berg“, warnte Analyst Fawad Razaqzada vom Handelshaus StoneX. „Die Fed wird ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten aggressiv straffen, was die Kurse, insbesondere im Bereich US-Technologie, deckeln dürfte.“ Deswegen sei ein Abverkauf vor dem langen Wochenende nicht verwunderlich. Am Montag bleiben die US-Märkte feiertagsbedingt geschlossen.

Anspannung auf dem Energie-Markt

Am Energiemarkt fielen die Preise spürbar. Der europäische Erdgas-Future verlor rund elf Prozent auf 209 Euro je Megawattstunde. Vor einer Woche war er noch auf den Rekordwert von 343 Euro gestiegen. Der Strompreis fiel um knapp acht Prozent auf 500 Euro je Megawattstunde. Die Lage könnte sich allerdings bald schon wieder verschärfen, denn die russischen Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 werden nach Angaben des Gazprom-Konzerns zunächst nicht wieder aufgenommen. Grund sei, dass bei Wartungsarbeiten ein Öl-Leck entdeckt wurde, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Zuvor hatten zwei Insider Reuters gesagt, Gazprom wolle den Gastransport über Nord Stream 1 am Samstagmorgen wieder aufnehmen.

Spekulationen auf einen Beschluss der Opec-Länder und ihrer Verbündeten (Opec+) zu einer weiteren Förderdrosselung in der kommenden Woche trieben die Ölpreise. Die Nordsee-Sorte Brent-Rohöl verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 95,32 Dollar je Fass, nachdem es tags zuvor um mehr als drei Prozent abgerutscht war. Ein wichtiger Faktor seien auch die Atomgespräche zwischen dem Iran und den USA, die offenbar ins Stocken geraten seien, sagte Oanda-Analyst Craig Erlam. „Ein Abkommen war in letzter Zeit ein großes Abwärtsrisiko für die Ölpreise; etwas, dem Saudi-Arabien mit Warnungen vor Produktionskürzungen der Allianz entgegenzuwirken versuchte.“

Blick auf Einzelwerte:

Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten heben die Stimmung der Anleger. Markus Koch analysiert das aktuelle Börsengeschehen.

Chevron: Mit Rückenwind von steigenden Ölpreisen ging es für Akten des Öl-Konzerns um 1,65Prozent nach oben.

Broadcom: Die Papiere von Broadcom gewannen nach vorgelegten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 1,7 Prozent. Der Chipkonzern habe starke Resultate vorgelegt, urteilte der Experte Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein Research. Die Halbleiter-Umsätze hätten die Erwartungen übertroffen. Insgesamt sei der Nachfrage-Ausblick zudem robust geblieben und auch die Ziele für das vierte Quartal nannte Rasgon „stark“.

Starbucks: Laxman Narasimhan ist der neue CEO des Konzerns. Er stößt im Oktober zum Konzern und soll Interims-Vorstandschef Howard Schultz im April 2023 an der Konzernspitze ablösen. Starbucks-Titel fallen den Tag über um fast zwei Prozent.

Bed Bath & Beyond: Die Kurskapriolen des Meme-Titels setzen sich auch am Freitag fort. Der Kurs des bei Privatanlegern beliebten Unternehmens liegt zeitweise bei etwa 3,5 Prozent im Minus.

Lululemon Athletica: Aktien von Lululemon Athletica sprangen mehr als sechs Prozent in die Höhe. Der Yoga-Bekleidungshersteller erhöhte seine Jahresprognosen. Die Aussicht auf einen Rechtsstreit mit US-Veteranen drückte die Titel des Mischkonzerns 3M um mehr als drei Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief. Zwei ehemalige Militärangehörige wollen den Konzern wegen angeblich fehlerhafter Ohrstöpsel zum Schutz im Gefecht verklagen und die geplante Abspaltung der Gesundheitssparte verhindern.

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3M: Die Aussicht auf einen Rechtsstreit mit US-Veteranen drückte die Titel des Mischkonzerns um 3,2 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief. Zwei ehemalige Militärangehörige wollen den Konzern wegen angeblich fehlerhafter Ohrstöpsel zum Schutz im Gefecht verklagen und die geplante Abspaltung der Gesundheitssparte verhindern.

rtr
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