Märkte: „Perfekter Sturm“ rast auf Europa zu: Aktien, Euro und Anleihen fallen
Der Leitindex Dax rutscht wieder in Richtung Jahrestief.
Foto: BloombergFrankfurt, Düsseldorf. Die Reaktion kam verzögert, aber deutlich. Am Freitagabend hatte der russische Staatskonzern Gazprom mitgeteilt, bis auf Weiteres alle Gaslieferungen nach Deutschland einzustellen. Am Montag erschütterte diese Nachricht mit Verspätung die gesamten europäischen Märkte: Am Aktienmarkt verlor der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 bis zu 2,8 Prozent, der deutsche Leitindex Dax büßte bis zu 3,3 Prozent ein.
In Richtung Handelsschluss grenzten beide Indizes ihre Verluste zwar ein, aber Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets meint: „Ein Test der Jahrestiefs könnte im Dax bald anstehen, wenn sich die schlimmsten Szenarien am Energiemarkt bestätigen sollten.“ Am Montag fiel der Dax bis auf 12.617 Punkte, das Jahrestief liegt bei 12.391 Zählern.
Am Devisenmarkt fiel der Euro gegenüber dem Dollar sogar auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Die Nachricht vom russischen Stopp der Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 habe dem Euro einen „merklichen Schlag versetzt“, meinte Stefan Grothaus, Devisenanalyst der DZ Bank. Zwischenzeitlich notierte die europäische Gemeinschaftswährung nur noch bei 0,9877 Dollar – das Jahreshoch von Mitte Januar liegt bei fast 1,15 Dollar.