Zinspapiere: Das „am meisten gehasste“ Asset: Welche Anleihen aktuell für Investoren attraktiv sind
Die Anlage in Anleihen schwierig bleibt herausfordernd wegen der komplizierten wirtschaftlichen und politischen Situation.
Foto: APFrankfurt. Zinspapiere bringen wieder Erträge. Dafür sorgen die Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit einer Anhebung der Leitzinsen um 0,75 Prozentpunkte (75 Basispunkte) am Donnerstag deutlich gemacht, dass sie die Inflation auch um den Preis einer Rezession bekämpfen will.
Trotzdem bleiben Staatsanleihen die „am meisten gehasste Anlageklasse“, wie es Ariel Bezalel, Anleihechef bei Jupiter Asset Management in London, im Gespräch mit dem Handelsblatt formuliert. Der Grund ist simpel: Wenn die Renditen noch weiter steigen, läuft das im Gegenzug auf noch mehr Kursverluste hinaus, weil dann alte, niedriger verzinste Papiere gegenüber den neueren weniger attraktiv werden.
Seit Jahresanfang haben die Bondanleger schon mehrfach einen regelrechten Ausverkauf erlebt. Und obwohl die Märkte die Straffung der Geldpolitik bereits vorwegnehmen, erwarten die Investoren weiter steigende Renditen.
Nach einer Umfrage der Deutschen Bank mit 400 Beteiligten glauben 79 Prozent, dass die zehnjährige Bundesanleihe eher drei Prozent als null Prozent Rendite erreicht, und 73 Prozent, dass entsprechende US-Papiere eher bei fünf Prozent als bei einem Prozent Rendite landen. Anders gesagt: Sie fürchten eher Kursverluste als -gewinne.