Centrotec Climate Systems: Wärmepumpen-Firma Wolf wird Italienisch: Milliarden-Deal in der Klimatechnik
Der Aufsichtsratschef wird künftig in das Kontrollgremium von Ariston einziehen.
Foto: CentrotecRom. Für die Ariston Group ist es die größte Übernahme der Firmengeschichte: Die an der Mailänder Börse gelistete Holding mit Sitz in den Niederlanden übernimmt die deutsche Centrotec Climate Systems. Damit wechseln mehrere bekannte Marken den Besitzer: der Wärmepumpenhersteller Wolf, das auf Raumlüfter spezialisierte Unternehmen Brink, der Klimagerätehersteller Pro Klima und der Ventilatorbauer Nedair.
Wie Ariston am Donnerstagabend verkündete, wurde eine bindende Absichtserklärung unterschrieben. 703 Millionen Euro in bar will die mehrheitlich von der italienischen Familie Merloni kontrollierte Gruppe auf den Tisch legen. Im Gegenzug soll Centrotec rund 41 Millionen Aktien von Ariston übernehmen und wäre damit mit rund elf Prozent an der Gruppe beteiligt. Beim aktuellen Börsenwert ist der Deal, der bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, damit mehr als eine Milliarde Euro wert.
Centrotec Climate Systems ist einer der führenden Hersteller für Heizungs-, Belüftungs- und Klimasysteme. Rund 2500 Menschen arbeiten bei der Firmengruppe, die Produktionswerke in Deutschland, den Niederlanden und Kroatien betreibt. Im vergangenen Jahr machten die Unternehmen zusammen einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2022 lag der bereinigte Gewinn (EBITDA) bei rund 84 Millionen Euro.
Ariston ist einer der weltweit führenden Heizspezialisten. 1930 in der italienischen Region Marken gegründet, beschäftigt die Gruppe heute weltweit 8000 Mitarbeiter, hat 25 Produktionsstätten und ist in 43 Ländern vertreten. In den vergangenen zehn Jahren ist die Gruppe stark durch Zukäufe gewachsen, vor allem in Nordamerika. In 2021 lag der Umsatz bei knapp zwei Milliarden Euro.
Bekannte Marken für Wärmepumpen, Raumlüfter und Klimageräte wechseln Besitzer
Durch die Übernahme wird Deutschland künftig der größte Markt für die Gruppe. Man werde damit Aristons „Führungsposition stärken“, um die Herausforderung anzugehen, „die neue Ära der Energiewende in Europa zu gestalten“, erklärte Executive Chairman Paolo Merloni.
CEO von Centrotec Climate Systems bleibt der bisherige: Thomas Kneip. Geben die Aktionäre und die Kartellbehörden die Fusion frei, wird Aufsichtsratschef Guido Krass zudem in das Kontrollgremium bei Ariston einziehen. „Ariston ist international als vertrauenswürdiger Partner bei der Bereitstellung energieeffizienter und erneuerbarer Lösungen für Heizung und Warmwasser bekannt“, sagt Krass.
Damit stelle das Unternehmen den „besten Partner dar“, um den Wachstumskurs von Centrotec Climate Systems fortzusetzen und zu stärken. Schon im ersten Jahr rechnet man bei Ariston mit Synergieeffekten im Wert von 20 bis 25 Millionen Euro. Mittelfristig erwarte man für Centrotec ein „hohes einstelliges Wachstum“.
Erstpublikation: 15.09.2022, 20:32 Uhr