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Goldman SachsGrößte Investmentbank der Welt kauft Allianz- und Munich Re-Aktien

Die US-Großbank investiert in Papiere der beiden Münchener Versicherer. Über Finanzinstrumente sichert sie sich mögliche weitere Anteile.Christian Schnell 22.09.2022 - 17:37 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Größte Anteilseigner des Versicherers sind derzeit neben dem hauseigenen Vermögensverwalter Allianz GI die Vanguard Group, die Norges Bank sowie Blackrock.

Foto: dpa

München. Die US-Großbank Goldman Sachs kauft Aktien der beiden großen Münchener Versicherer Allianz und Munich Re. Bei der Allianz sichert sich die Bank 0,48 Prozent der Papiere. Hinzu kommen Finanzinstrumente wie Futures, Swaps sowie Call- und Put-Optionen von zusammen 4,88 Prozent der insgesamt 408,5 Millionen Allianz-Aktien.

Bei der Munich Re investiert Goldman Sachs in 0,51 Prozent der Titel. Über Finanzinstrumente besteht der Zugang zu bis zu 4,89 Prozent der Aktien. Die neuen Anteile wurden am Donnerstag veröffentlicht, beide Deals wurde allerdings bereits in der vergangenen Woche geschlossen.

Bislang war Goldman Sachs weder an der Allianz noch an der Munich Re in einem Umfang beteiligt, der eine Meldung nötig machte. Größte Anteilseigner der Allianz sind momentan neben dem hauseigenen Vermögensverwalter Allianz GI die Vanguard Group, die Norges Bank sowie Blackrock.

Goldman Sachs sichert sich Munich Re- und Allianz-Aktien

Die großen deutschen Fondsgesellschaften DWS, Union Investment und Deka gehören ebenfalls zu den großen Anteilseignern. Größter Einzelaktionär ist Allianz GI mit knapp über drei Prozent. Mehr als 83 Prozent der Allianz-Aktien befinden sich im Streubesitz. Diese Investoren sind auch an der Munich Re beteiligt, größter Einzelaktionär mit knapp drei Prozent ist im Moment die DWS.

Die Allianz-Aktie gehörte nach Bekanntwerden der Meldung am Donnerstag zu den wenigen Gewinnern in einem insgesamt sehr schwachen Dax: Kurz vor Handelsschluss notierte das Papier 0,2 Prozent höher bei 172,32 Euro. Die Munich Re verlor 0,8 Prozent auf 253,60 Euro.

Der Allianz-Kurs hatte in den vergangenen Wochen deutlich verloren. Dazu beigetragen hatte neben dem insgesamt schwachen Marktumfeld auch die hohe Belastung von rund sechs Milliarden Euro, die der Konzern für fehlgeschlagene Hedgefonds-Strategien seiner Tochter Allianz GI in den USA an Strafen und Entschädigungen zahlen musste.

Die Verfahren mit der US-Börsenaufsicht und der US-Justiz sind seit dem Frühjahr abgeschlossen. Nun müssen sich noch ehemalige Fondsmanager vor US-Gerichten verantworten. Der Prozessbeginn ist allerdings erst für Februar 2024 angesetzt.

Allianz-Aktie: Deutlicher Kursverlust seit dem Frühjahr

Noch im April notierte die Allianz-Aktie bei bis zu 220 Euro. Als anschließend deutlich wurde, wie sehr das US-Debakel den Konzern tatsächlich belasten dürfte, reagierten viele Anleger enttäuscht. Etliche Anleger reduzierten ihre Kursziele für die Aktie.

Zuletzt wendete sich aber das Meinungsbild. Seitdem die Aktie in Richtung 170 Euro fiel, lobten Experten die hohe Dividendenrendite von sechs Prozent, die nach der Hauptversammlung im Mai kommenden Jahres mit dem aktuellen Kurs zu erzielen wäre. Die Ausschüttungspolitik der Allianz im kommenden Jahr sei trotz des Milliardenschadens nicht gefährdet, betonte Finanzvorstand Giulio Terzariol im August.

Nach einer Ausschüttung von 10,80 Euro für das abgelaufene Jahr sollen es diesmal mindestens fünf Prozent mehr sein, so das Ziel. Mit 11,34 Euro je Aktie könnten die mehr als 800.000 Anteilseigner der Allianz somit im kommenden Mai mindestens rechnen.

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Reaktionen gab es – wie in solchen Fällen üblich – von keinem der Beteiligten. Am Aktienmarkt wertete es ein Händler positiv, dass mit Goldman Sachs ausgerechnet eine große US-Bank einsteigt, also aus dem Land, in dem die Allianz zuletzt die größten Probleme hatte: „Wir werden nun gespannt verfolgen, ob womöglich weitere Namen von dort folgen werden.“

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