Eternyze: Schweizer Krypto-Start-up gerät wegen Verbindungen zu russischem Oligarchen unter Druck
Der Oligarch und Putin-Vertraute kontrolliert ein Krypto-Start-up in der Schweiz.
Foto: ReutersZürich. Die Pläne hätten kaum ambitionierter sein können: Das Schweizer Krypto-Start-up Eternyze ist angetreten, den globalen Handel mit Industriemetallen wie Nickel, Kupfer oder Palladium zu digitalisieren. Eine Blockchain-Lösung sollte den Rohstoffhandel transparenter und effizienter machen.
Doch nach Handelsblatt-Recherchen haben mehrere Kooperationspartner die Zusammenarbeit ausgesetzt. Der Grund: Eternyze steht in Verbindung mit dem russischen Oligarchen Wladimir Potanin. Eternyze sowie Unternehmenschef Marco Grossi ließen Anfragen des Handelsblatts unbeantwortet.
Potanin ist einer der reichsten Russen und Mehrheitsaktionär von Nornickel, dem weltgrößten Produzenten von Nickel und Palladium. Er gehört zu den Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin und kontrolliert eine Schlüsselindustrie des Landes.
Bilder zeigen Potanin beim gemeinsamen Eishockey-Match mit dem russischen Präsidenten. Bislang steht der Oligarch jedoch lediglich auf der Sanktionsliste von Großbritannien.
50 Millionen Franken Kapital für Eternyze
Vor fünf Jahren gründete Nornickel eine Tochterfirma auf den Caymaninseln mit Zweigniederlassung im schweizerischen Ort Zug, den Global Palladium Fund (GPF). Chef von GPF ist Alexander Stoyanov, der zuvor mehr als acht Jahre lang den Handelsarm von Nornickel in Zug leitete.