Quartalszahlen: Mehr Zinsen, mehr Pleiten – Banken rüsten sich für schwere Zeiten
Das Empire State Building and New York’s Skyline - fotografiert vom Vanderbilt Observation Deck in Midtown Manhattan.
Foto: ReutersNew York, Frankfurt. Monatelang hat der Mix aus Energiekrise, hoher Inflation, drohender Rezession und Kriegssorgen die Bilanzen europäischer Banken fast unberührt gelassen. Nun haben sich amerikanische Großbanken deutlicher als bisher für einen Wirtschaftseinbruch gerüstet und damit ein Warnsignal nach Europa geschickt.
Denn die Vorsorge für möglicherweise platzende Kredite hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Nettogewinne großer US-Institute im dritten Quartal regelrecht eingebrochen sind: JP Morgan verdiente netto 17 Prozent weniger, noch größer war das Minus bei Citi mit 25 Prozent, Morgan Stanley mit 29 Prozent und Wells Fargo mit 31 Prozent.
Zwar profitiert die Branche von steigenden Zinsen, insbesondere in den USA. Dafür brachen viele Erträge aus dem Investmentbanking weg. Und auch die straffere Geldpolitik, die höhere Zinseinnahmen ermöglicht, sorgt für Ungemach. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hebt die Leitzinsen so schnell an wie schon lange nicht mehr, um die Inflation zu bekämpfen.
Der Leitzins liegt nun auf einer Spanne von drei bis 3,25 Prozent und könnte bei der kommenden Sitzung Anfang November noch einmal um 0,75 Prozentpunkte angehoben werden. Unter Bankmanagern und Ökonomen wächst die Sorge, dass die Fed die US-Wirtschaft mit ihrer harten Zinspolitik in eine Rezession stürzen werde.