Deindustrialisierung: Vielfach höherer Gaspreis erwartet – Industrie fürchtet Dominoeffekt der Energiekrise
Die Energiekrise sorgt in der Industrie für Unbehagen. Ohne Erdgas kommt zum Beispiel die Kupferherstellung in Deutschland zum Erliegen.
Foto: dpaBerlin. Eine Erhebung unter Feuerverzinkern in Deutschland bringt die ganze Dramatik der Energiekrise auf den Punkt: Demnach laufen bei knapp einem Drittel der Unternehmen, die Stahl in Zinkbädern wetterfest machen, die Gasverträge bis zum Ende des Jahres aus. Bei 50 Prozent enden die Verträge im kommenden Jahr. 40 Prozent rechnen mit einer Verfünffachung der Gaspreise, 50 Prozent mit einer Verdreifachung oder Vervierfachung. Der Rest befürchtet sogar eine Verzehnfachung. Ähnlich sieht es bei den Stromverträgen aus.
Die Feuerverzinker stehen damit stellvertretend für energieintensive Branchen: Viele Unternehmen sorgen sich wegen eines möglichen Gasmangels oder Stromausfällen. Es drohen Lieferunterbrechungen oder Preissprünge, die Strom und Gas unbezahlbar machen könnten – und am Ende, so fürchten viele Unternehmen, ein Energie-Dominoeffekt, der ganze Branchen lahmlegen könnte.
Da die geplanten Strom- und Gaspreisbremsen für die großen Verbraucher aus der Industrie jeweils für ein Basiskontingent von 70 Prozent des Verbrauchs gelten sollen, stellen rasante Preissteigerungen trotzdem eine erhebliche Belastung dar.