Automatenspiele: „Das macht einen schon stutzig“ – Ärger um Lizenzvergabe für Online-Glücksspiele
Allein im virtuellen Automatenspiel soll es rund 400.000 aktive Spieler geben.
Foto: mauritius images / KeystoneDüsseldorf, Berlin. „100 Prozent legal. Wir sitzen nicht auf einer Südseeinsel, sondern im Berliner Regierungsviertel und haben eine offizielle Glücksspiellizenz, die in ganz Deutschland gültig ist.“ Die Botschaft, mit der die „Jackpotpiraten“ im Internet ihre Kunden begrüßen, passt nicht so richtig zu den bärtigen Freibeutern, die auf der Website abgebildet sind.
In der Vergangenheit waren Automatenspiele oft in mittelmäßig beleuchtete Lokalitäten in Bahnhofsnähe verbannt. Diese „einarmigen Banditen“, wie sie der Volksmund nennt, waren im Internet illegal. Insofern stehen die Piraten, denen ihre Lizenz zum Zocken so wichtig ist, stellvertretend für eine Zeitenwende.
Seit April 2022 vergibt das Landesverwaltungsamt in Sachsen-Anhalt Lizenzen für virtuelle Automatenspiele. In wenigen Wochen übernimmt eine neue Behörde die Aufgabe. Die rund 110 Mitarbeiter der „Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder“ (GGL) in Halle werden dann den Zugang zu einem Milliardenmarkt kontrollieren und diesen beaufsichtigen.
Mit der Legalisierung könne der jährliche Umsatz bis 2024 auf etwa 3,3 Milliarden Euro wachsen, prognostiziert die Branchenseite „Casino Online“. Allein im virtuellen Automatenspiel gibt es in Deutschland ungefähr 400.000 aktive Spieler, schätzt die Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim.