Immobilienkonzern: Wer verzichtet auf 80 Prozent? Streit um das Sanierungskonzept von Corestate
Eine Wandelanleihe des Immobilienkonzerns Corestate wird am 28. November fällig.
Foto: JOYN, Manfred SodiaFrankfurt. „Es wurde kein Kompromiss erzielt, und es ist unsicher, ob und wann die Verhandlungen abgeschlossen werden können“, heißt es in einer Präsentation des Managements des angeschlagenen Immobilienkonzerns Corestate. Diese Mitteilung datiert eigentlich vom 2. November, wurde aber erst am vergangenen Samstag auf Betreiben eines Komitees von Anleihegläubigern veröffentlicht.
Das Komitee vertritt knapp die Hälfte des ausstehenden Nominalbetrags einer 200 Millionen Euro schweren Wandelanleihe und knapp 80 Prozent des Nominalvolumens einer weiteren Schuldverschreibung über 300 Millionen Euro.
„Die Verhandlungen befinden sich in einer Sackgasse“, bestätigt eine mit den Vorgängen vertraute Person. Viel Zeit bleibt den Beteiligten indes nicht: Die Wandelanleihe wird am 28. November fällig. Bis dahin sollte eine Lösung gefunden sein.
Was passiert, wenn das nicht gelingt, zeigt die Präsentation von Corestate ebenfalls: Im Falle einer Insolvenz müssten die Bondholder auf mehr als 81 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Das hat eine Beratungsfirma ausgerechnet. Demnach stünden Forderungen in Höhe von mehr als 616,4 Millionen Euro Vermögenswerten in Höhe von 114,2 Millionen Euro gegenüber.