Managerbarometer 2022: Jeder Vierte will kündigen: Warum so viele Führungskräfte im mittleren Management auf dem Sprung sind
Ein Viertel aller Bereichs- und Abteilungsleiter geht derzeit davon aus, bald die Stelle zu wechseln.
Foto: Getty Images 2.945017148Düsseldorf. Explodierende Kosten, Lieferschwierigkeiten, Personalmangel, dazu eine Pandemie und eine drohende Rezession: Holger Krings* will eigentlich nur noch eins: weg von seinem Arbeitgeber. Seit Krise ist, muss der Bereichsleiter eines Chemieunternehmens im Rheinland seine Chefs bei der anstehenden Restrukturierung unterstützen. Gleichzeitig muss er zusehen, dass er nicht den Kontakt zu seinen Leuten verliert – trotz Homeoffice und Untergangsstimmung.
In seiner Verzweiflung hat sich Krings kürzlich an Headhunter Lothar Grünewald gewendet – und sucht Alternativen. Der weiß: Krings ist alles andere als ein Einzelfall. „Viele Führungskräfte im Mittelbau wollen gerade weg.“
Ein Viertel aller Bereichs- und Abteilungsleiter geht derzeit davon aus, bald die Stelle zu wechseln. Das zeigt das aktuelle Managerbarometer von Odgers Berndtson. Für die Studie hat die Personalberatung rund 1500 Führungskräfte befragt. Die Daten liegen dem Handelsblatt exklusiv vor.
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Mittelmanager stehen momentan wie kaum jemand anderes in Deutschlands Unternehmen im Feuer: Mit ihren Teams halten sie trotz Krise die Stellung, sind dabei emotionale und psychologische Stütze für die Mitarbeitenden. Parallel zur Stimmung sollen sie auch die Kultur hochhalten und nebenbei noch die Herausforderung meistern, von überall zu arbeiten.