G20-Gipfel auf Bali: Schadensbegrenzung im Konflikt der Großmächte: Darum geht es beim Treffen von Biden und Xi
Joe Biden und Xi Jinping treffen zu Wochenbeginn erstmals nach der Amtsübernahme des US-Präsidenten aufeinander. (Archivbild aus dem Jahr 2013)
Foto: dpaWashington, Brüssel, Berlin. Als US-Präsident Joe Biden vor ein paar Tagen nach den Erfolgschancen eines Treffens mit Chinas Staatschef Xi Jinping gefragt wurde, antwortete er selbstbewusst: „Meine Gespräche sind immer produktiv.“
Das wird sich nun zeigen: Zum ersten Mal seit Bidens Amtsantritt werden Biden und Xi am Montag vor dem G20-Gipfel auf Bali, der am Dienstag offiziell beginnt, persönlich miteinander sprechen. Das Treffen ist für 10:45 Uhr (MEZ) geplant. Eine Verständigung ist nicht zu erwarten, es geht eher um Schadensbegrenzung. Um 14.30 Uhr will Biden vor die Presse treten.
Weder die USA noch China wollten „eine Eskalation, ein Abrauschen der Weltwirtschaft oder gar einen Krieg“, meint Scott Kennedy, Chinaexperte am Center for Strategic and International Studies. Im Grunde hätten Biden und Xi keine andere Wahl, als miteinander zu sprechen. Sich nicht zu treffen „würde signalisieren: Es steht derart schlecht um uns, dass alles nur noch abwärtsgehen kann“.
Der Ton zwischen den USA und China hatte sich zuletzt immer weiter verschärft, was auch Auswirkungen auf die transatlantischen Beziehungen hat. Das Pentagon sieht China als „größte geopolitische Bedrohung“, und die Irritationen über die Europäer, die sich nach Ansicht der USA nicht schnell genug von China abgrenzen, nehmen zu. Die Amerikaner sehen insbesondere die Verflechtung der deutschen mit der chinesischen Wirtschaft kritisch.