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  5. Fischer Dübel: Roboter soll fünfmal so viele Dübel einsetzen wie fünf Bauarbeiter

BaubotMit dem Roboter auf die Baustelle – So modernisiert sich der Dübelspezialist Fischer

Der Mittelständler stellt einen Roboter vor, der so viele Dübel setzen kann wie fünf Bauarbeiter in der gleichen Zeit. Das soll erst der Auftakt sein.Martin-W. Buchenau 16.11.2022 - 18:04 Uhr Artikel anhören

Der Roboter soll Bauarbeiter künftig bei ihrer Arbeit unterstützen.

Foto: PR

Tumlingen. Mit Robotern, intelligenten Dübeln und integrierter Planungssoftware will Fischer die Arbeit auf der Baustelle modernisieren – und sich so ein neues Geschäftsfeld erschließen. Inhaber Klaus Fischer sitzt bei der Präsentation am Stammsitz in Tumlingen in der ersten Reihe, als seine Manager die neueste Erfindung des Familienunternehmens vorstellen. Mit Elektrobeats, Kunstnebel und Lichtshow setzt der Mittelständler sein neustes Produkt eindrucksvoll in Szene.

Mit dem Baubot hat Fischer einen Roboter gebaut, der auf der Baustelle bohren und vollautomatisch dübeln kann – notfalls auch in fünf Meter hohen Decken. Die bisherigen Erfolge können sich sehen lassen: Der 1,2 Tonnen schwere und 90 Zentimeter breite Roboter soll bei einem Pilotprojekt – der Verkabelung eines Tunnels – so viele Löcher mit Dübeln versehen haben wie fünf Bauarbeiter in der gleichen Zeit.

„Wir waren schon immer innovativ, aber heute ist ein Meilenstein in unserer Unternehmensgeschichte“, sagt der 72-jährige Familienunternehmer. Fischer hatte zunächst selbst versucht, einen Dübelroboter zu bauen, fand aber dann das Wiener Start-up Baubot. Von deren Technologie war der Unternehmer so begeistert, dass er den Roboterbauer vor einem Jahr mehrheitlich übernahm und von Baubot-Gründer Herwig Hengl den Fischer-Roboter entwickeln ließ.

2023 geht Fischer mit drei solcher Roboter bei Pilotkunden an den Start, zunächst im „full service“ – der Mittelständler übernimmt also selbst die Haftung. „Wir wollen das Gerät mit den Kunden perfektionieren“, sagt Fischer. Später will der Dübelspezialist die Roboter konventionell verleasen oder verkaufen.

Künftige Modelle sollen mehr als nur bohren und dübeln können. Hengl arbeitet bereits an weiteren Robotern, die mit 3D-Druck vor Ort Betonteile herstellen können. Über das Bauen hinaus will der Befestigungsspezialist auch die Planung und den Betrieb von Gebäuden digitalisieren.

Intelligente Unterlegscheiben mit Sensor

Als weltweit erstes Unternehmen will Fischer Systeme anbieten, mit denen sich Bauwerke und Anlagen digital überwachen lassen. Unterlegscheiben mit integriertem Sensor und intelligente Dübel können verbunden mit einer Sendeeinheit und Software selbstständig Überlastungen melden. Ziel ist es, sensible Infrastruktur wie etwa Windräder in Zukunft in Echtzeit zu überwachen.

Fischer liefert künftig darüber hinaus Planungssoftware, die alle Verschraubungen eines Bauwerks bei der Planung erfasst und so exakter und damit effizienter die tatsächlich gebrauchten Materialstärken berechnet.

Der Baubot soll künftig auf zahlreichen Baustellen zum Einsatz kommen.

Foto: Handelsblatt

Der Mittelständler meldet nach eigenen Angaben pro Jahr 20-mal mehr Patente an als der Durchschnitt der deutschen Wirtschaft. Vor drei Jahren hatte Firmeninhaber Fischer einen Innovations-Campus aufgebaut, um nicht nur Patente, sondern auch neue Geschäftsideen zu entwickeln. Wie viel er in seine Digitalisierungsstrategie investiert, will der Schwarzwälder nicht verraten. Auch nicht, welchen Umsatz er sich aus den neuen Geschäftsfeldern verspricht.

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Etwas offener ist er beim Umsatz des Gesamtunternehmens: „Wir werden in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro erlösen.“ Die Rendite sei trotz Kostensteigerungen in zweistelliger Millionenhöhe gut. Fischer fühlt sich trotz der eingetrübten Aussichten in der Baubranche gut gerüstet für den zukünftigen Wettbewerb. Denn auch andere Unternehmen der Baubranche rüsten auf. Zuletzt hatte Würth für 70 Millionen Euro ein neues Innovationszentrum eröffnet.

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