Gabrielius Landsbergis im Interview: Litauens Außenminister: „Die russische Elite hat begriffen, dass es zu Ende geht“
Landsbergis meint, Europa sei so vereint wie seit Langem nicht mehr.
Foto: dpaBerlin. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Russland in ein Stadium von Chaos gerät und um sich schlägt“ – Litauens Außenminister Gabrielius Landsbergis befürchtet, dass das militärisch angeschlagene Russland derzeit gefährlicher ist denn je. Litauen hat eine 600 Kilometer lange Grenze zu Belarus, wo bereits Zehntausende russische Soldaten stehen. Und die Angst vor einer Konfrontation wächst.
Im Handelsblatt-Interview spricht Landsbergis über die kriegskritische Einstellung der russischen Elite, die Zerstörungswut des Kremls angesichts der militärischen Misserfolge und die Bedeutung eines Nato-Bündnisfalls für die baltischen Staaten.
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Der Krieg in der Ukraine rückt inzwischen näher an Nato-Gebiet heran, was der Abwehrraketenabsturz und Einschlag in Polen zeigt. Was muss Ihrer Meinung nach getan werden?
Wir können nicht ausschließen, dass es in Zukunft ähnliche Vorfälle wie in Polen gibt. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Gleichzeitig ist dies eine schreckliche Erinnerung an die Gräueltaten, die jeden Tag in der Ukraine stattfinden. Die unmittelbare Priorität besteht für uns jetzt darin, die Luftverteidigungsfähigkeit der Ukraine zu verbessern, damit mehr Zivilisten sicher schlafen können, ohne dass der Tod vom Himmel auf sie fällt. Ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen Konsens unter unseren Verbündeten finden werden, um die Lieferungen zu erhöhen.