Immobilien: Wie entwickeln sich die Immobilienpreise nach dem Boom?
Besonders betroffen vom aktuellen Rückgang der Immobilienpreise sind Neubauten vom Bauträger.
Foto: imago (2)Düsseldorf. Noch im Sommer wollten es viele Marktbeobachter nicht wahrhaben, seit dem dritten Quartal ist es Realität: Die Immobilienpreise in Deutschland fallen nahezu überall. Grund dafür ist vor allem der starke Anstieg der Bauzinsen, die sich seit Januar vervierfacht haben.
Anders als etwa an den Aktienmärkten, wo sich Angebot und Nachfrage sekündlich angleichen, ist der Immobilienmarkt träge und reagiert mit langer Verzögerung. Die entscheidende Frage lautet daher: Wie stark werden die Immobilienpreise wegen des Zinsschocks noch fallen? Das Handelsblatt hat sich in der Branche umgehört und beantwortet die wichtigsten Fragen.
Immobilienpreise: Wie ist die aktuelle Lage am Immobilienmarkt?
Seit November gibt es einen Überblick über echte Transaktionspreise, also nicht nur Angebotspreise aus den Immobilienportale. Und diese zeigen: die Preise sinken tatsächlich.
Der Immobilienpreisindex des Verbands der Pfandbriefbanken (vdp) etwa, in dem die wichtigsten deutschen Immobilienfinanzierer vereint sind, drehte im dritten Quartal erstmals seit 2010 ins Minus. Der Index umfasst Transaktionsdaten von mehr als 700 Banken.
Von August bis Oktober haben sich demnach Wohnungen und Häuser gemessen am Vorquartal um 0,7 Prozent verbilligt. Der mehr als zwölfjährige Aufwärtstrend bei Wohnimmobilien sei zu Ende, sagte vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.