Märkte-Insight: Der Verbraucher gibt den Ausschlag: Warum der Black Friday 2022 von herausragender Bedeutung ist
Handelsblatt-Redakteur Frank Wiebe über den diesjährigen Black Friday.
Foto: Getty ImagesFrankfurt. Am Freitag in den morgendlichen Nachtstunden ist es wieder so weit: Lange Schlangen bilden sich vor dem bekannten Kaufhaus Macy’s am Herald Square in Manhattan.
Wenn dann um sechs Uhr die Tore öffnen, drängelt und schubst eine Menge der ansonsten so diszipliniert anstehenden Amerikaner mit Wucht in den traditionsreichen Bau mit seinen klapprigen Rolltreppen. Die Menschenmasse fällt über die Stände mit Sonderangeboten her, greift zu, vergleicht, dreht herum; die Verkäuferinnen versuchen, ein Mindestmaß an Ordnung zu wahren, Verletzungen zu verhindern und ansonsten Umsatz, Umsatz, Umsatz zu machen – bis Mitternacht.
„Black Friday“ nennt sich dieses Ritual der Neuen Welt. Die ganze Woche, die jetzt am Montag mit einer zunächst eher richtungslosen Börse gestartet ist, heißt schon „Black Friday Week“ und findet auch im Internet statt; längst wird der Brauch auch in Europa kopiert.
In den USA ist es immer der Freitag nach dem Donnerstag, an dem die Amerikaner unter dem Titel „Thanksgiving“ feiern, dass sie, angefangen vor mehr als 200 Jahren, das Land den Ureinwohnern abgenommen haben. Wohlgenährt mit Putenfleisch geht es an die Schlacht um heiße Schnäppchen, manche Geschäfte öffnen sogar schon um null Uhr. Viele Einzelhändler kommen angeblich an diesem Tag der Sonderangebote erst in die schwarzen Zahlen für das gesamte Jahr, daher der Name der Rabattschlacht.