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Start-up-CheckCoaching für jeden Mitarbeiter: Coachhub will zum globalen Marktführer werden

Über die digitale Plattform können Firmen ihren Mitarbeitern persönliche Beratung bieten. Investoren setzen darauf, dass der Trend weiter an Fahrt gewinnt.Nadine Schimroszik 24.12.2022 - 13:00 Uhr Artikel anhören

Die Brüder haben Coachhub 2018 gegründet.

Foto: Coachhub

Berlin. Coaching hat mittlerweile auch Einzug in die Geschäftswelt gehalten. Mitarbeiter wie auch Führungskräfte lassen sich regelmäßig persönlich beraten. Spätestens seit der Coronapandemie geschieht das vermehrt digital, was eine höhere Flexibilität mit sich bringt. Das Berliner Start-up Coachhub hat eine Plattform entwickelt, die es Unternehmen ermöglicht, ein personalisiertes Coachingprogramm für die gesamte Belegschaft zu erstellen.

Um wen geht es?

Coachhub wurde 2018 von den Brüdern Yannis und Matti Niebelschütz gegründet. 2021 übernahmen sie den französischen Wettbewerber Moovone und gewannen damit Kunden wie L’Oréal und Axa. Insbesondere seit dem Zukauf sei Coachhub „sehr gut am Markt positioniert“, sagt Matti Niebelschütz, der zuvor bereits Erfahrungen als Gründer des Parfümversenders MyParfum gesammelt hat.

Das Prinzip von Coachhub lässt sich mit einem Flatratemodell vergleichen: „Kunden zahlen eine Lizenzgebühr pro Mitarbeiter, der dann so viel Coachingstunden nehmen kann, wie er will“, sagt Niebelschütz. Inzwischen zählt Coachhub 3500 Coaches, die Beratungen in mehr als 60 Sprachen anbieten und über 500 Kunden betreuen – darunter Coca-Cola und die Erste Group. Das Unternehmen selbst zählt weltweit 800 Mitarbeiter.

„Ich glaube, dass in zehn Jahren jeder Coaching nutzen wird“, sagt Niebelschütz. Die Nachfrage ziehe stetig an. „In Krisenzeiten ist es besonders wichtig, dass man Mitarbeiter in Transformationsprozessen wie beispielsweise Übernahmen, Stellenabbau oder Werksschließungen begleitet.“ Der 37-Jährige ist sicher, dass es sich für Unternehmen auszahlt, Coachingmöglichkeiten anzubieten: „Es fallen weniger Fehltage an, und Fachkräfte lassen sich leichter halten.“

Wo geht es hin mit Coachhub?

Für Matti Niebelschütz steht das Ziel fest: „Wir wollen globaler Onlinecoaching-Marktführer sein. Und zeigen, dass das auch aus Europa heraus möglich ist.“ Entsprechend stellen sich die Brüder auf. Yannis lebt inzwischen in New York, um den wichtigen US-Markt besser im Blick zu haben. „Wir sind in allen großen Wirtschaftsnationen präsent“, sagt Matti Niebelschütz.

Für das weitere Wachstum hat Coachhub bei Wagniskapitalgebern insgesamt mehr als 300 Millionen Dollar eingenommen und dafür in vier Jahren sieben Finanzierungsrunden gestemmt. Zu den Geldgebern der ersten Stunde gehört der Frühphaseninvestor Speedinvest. „Das Start-up setzt auf einem riesigen Trendthema auf, das nicht weggehen wird“, sagt Speedinvest-Chef Oliver Holle, dessen Firma Coachhub selbst verwendet.

Trotzdem warnt Holle: „Auch sie müssen aufpassen, dass sie nicht zu schnell wachsen.“ Wie die meisten Start-ups will Coachhub erst mal den Markt besetzen und nimmt dafür Verluste in Kauf. „Wann genau wir profitabel sein werden, kann ich aktuell noch nicht sagen. Aber es wird keine fünf Jahre dauern“, meint Niebelschütz, der langfristig auch einen Börsengang nicht ausschließt.

Wie groß ist der Markt?

Bisher ist der Begriff Coaching nicht geschützt, was einen Überblick über die Größe der Branche erschwert. Zudem mangelt es an aktuellen umfangreichen Studien. Die letzte große Erhebung bezieht sich auf das Jahr 2019. Damals schätzte die Unternehmensberatung PwC im Auftrag des weltgrößten Coachingverbands ICF den globalen Umsatz auf rund 2,85 Milliarden Dollar. Laut ICF hat seitdem die Coronakrise Videoberatungen den Weg geebnet und das Wachstum von Onlineangeboten deutlich beschleunigt.

Wer sind die Konkurrenten?

Mit Abstand größter Konkurrent ist Betterup aus den USA. Die 2013 gegründete Firma hat insgesamt bereits mehr als 600 Millionen Dollar an Wagniskapital eingesammelt und wird mit 4,7 Milliarden Dollar bewertet. Zu den Kunden gehören namhafte Konzerne wie Google, Salesforce und Snap.

Seit einiger Zeit ist Betterup auch in Europa präsent, mit Büros in Amsterdam, London und München. Hierzulande konnten die Amerikaner unter anderem Delivery Hero als Kunden gewinnen. Für Schlagzeilen sorgte der finanzstarke Wettbewerber aber vor allem mit der Verpflichtung des britischen Prinzen Harry als „Chief Impact Officer“.

Neben Betterup gibt es weitere Konkurrenten, die sich teils nur auf einzelne Aspekte konzentrieren wie etwa Meditation. Dazu zählt das US-Start-up Headspace genauso wie Apple mit seinem Angebot „Fitness plus“.

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Das Handelsblatt stellt jede Woche junge Firmen vor, die Manager, Unternehmer und Wirtschaftsinteressierte jetzt in den Blick nehmen sollten. Im Fokus steht das Innovationspotenzial, auf das auch Investoren besonders achten. Die Geschäftsmodelle und Ideen könnten auch in anderen Branchen neue Impulse für Produkte und Lösungen setzen.

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